24.11.2020 13:08 |

Preis ab 2,50 Euro

AstraZeneca produziert den Impfstoff für die Armen

Die Impfstoffkandidaten von Biontech/Pfizer und Moderna haben in den vergangenen Wochen für zahlreiche hoffnungsfrohe Schlagzeilen gesorgt. Doch das Vakzin des Pharmakonzerns AstraZeneca könnte noch viel bedeutender im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie sein: Denn anders als die anderen beiden Impfstoffe sollen die Dosen mit einem Preis zwischen drei und neun Dollar (ca. 2,50 bis 7,50 Euro) auch für ärmere Länder erschwinglich sein.

Als AstraZeneca über seinen Impfstoff-Anwärter mit einer Wirksamkeit von durchschnittlich 70 Prozent berichtete, schien das Medikament auf den ersten Blick den Vakzinen der anderen beiden Konzerne unterlegen zu sein: Der Impfstoff von Biontech soll einen Schutz von rund 95 Prozent, bieten, Moderna gab eine ähnlich hohe Wirksamkeit an.

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Diese Preise bergen das Risiko, dass die Impfstoffe für einen Großteil der Menschheit unerreichbar bleiben.

Margaret Wurth, Gesundheitsexpertin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch

Industriestaaten bekommen Hightech-Impfstoffe zuerst
Dennoch könnte das Medikament von AstraZeneca gerade für ärmere Länder eine immense Rolle spielen. Moderna will zwischen 25 und 37 Dollar (rund 21 bis 31 Euro) für eine Dosis, Biontech verhandelte für die erste Lieferung an die USA einen Preis von 33 Euro für zwei Dosen aus. „Diese Preise bergen das Risiko, dass die Impfstoffe für einen Großteil der Menschheit unerreichbar bleiben“, befürchtet die Gesundheitsexpertin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Margaret Wurth, wie „Bloomberg“ berichtete. Außerdem werden diese Hightech-Impfstoffe zuallererst an reiche Industriestaaten ausgeliefert.

Basis für AstraZeneca-Produkt ist gewöhnlicher Grippeimpfstoff
Deshalb kommt dem Impfstoff „AZD1222“ von AstraZeneca wohl eine große Rolle zu, was die Bekämpfung der Pandemie in ärmeren Regionen betrifft. Im Gegensatz zu den anderen Vakzinen ist der Preis für eine Dosis von etwa drei bis neun Dollar ja beinahe schon ein Schnäppchen. Weil als Grundlage für „AZD1222“ ein gewöhnlicher Grippeimpfstoff dient, kann dieser so günstig produziert werden. Das Medikament kann außerdem in Fabriken weltweit hergestellt werden. In Indien wurde sogar bereits mit der Produktion begonnen - auch in Brasilien soll es hergestellt werden. AstraZeneca verpflichtete sich, die Dosen zum Selbstkostenpreis abzugeben.

Keine extreme Kühlung erforderlich
Neben dem Preisfaktor weist das Medikament des britisch-schwedischen Konzerns einen weiteren, nicht unbedeutenden Vorteil auf. Der Wirkstoff muss nicht bei einer extremen Kühlung von minus 70 Grad (Biontech) bzw. Standard-Gefriertemperaturen von minus 20 Grad (Moderna) lagern. Die nötige Infrastruktur würde arme Länder vor eine Herausforderung stellen. Kühlschranktemperatur ist für den Impfstoff von AstraZeneca vollkommen ausreichend.

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