17.11.2020 19:58 |

Impfstoff-Vertrag

Moderna warnt vor Verzögerung bei Auslieferung

Die US-Biotechnologiefirma Moderna hat die EU vor möglichen Verzögerungen bei der Auslieferung des Impfstoffkandidaten mRNA-1273 gewarnt, sollten sich die Gespräche weiter in die Länge ziehen, ohne dass es zu einem Vertragsabschluss kommt. Ohne Vertrag würden die ersten Chargen in andere Staaten geliefert, erklärte Moderna-Chef Stephane Bancel.

„Eine Verspätung (beim Vertragsabschluss) wird nicht die Gesamtmenge begrenzen, aber es wird die Auslieferung verlangsamen. (...) Je länger sie warten, desto größer wird die Verzögerung.“ Moderna hatte am Montag mitgeteilt, dass sein Impfstoff-Kandidat eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent besitzt. Das Unternehmen hofft auf eine Zulassung in den kommenden Wochen.

Vertrag mit Kanada in zwei Wochen unter Dach und Fach
Verträge sind laut Bencel bereits mit Israel, Kanada, Japan und der Schweiz abgeschlossen worden. „Ich werde keine Produkte in Länder schicken, die nicht bestellt haben“, betonte der Firmenchef. Die EU-Mitgliedstaaten hatten die EU-Kommission im Frühjahr beauftragt, in ihrem Auftrag Verträge mit Impfstoffherstellern auszuhandeln. Bancel sagte, bei 27 Mitgliedstaaten sei der Prozess naturgemäß „kompliziert“. Als Gegenbeispiel nannte der Moderna-Chef Kanada: Zwischen den ersten Gesprächen und dem Vertragsabschluss seien „zwei Wochen“ vergangen.

100 Millionen Impfdosen für USA reserviert
Moderna hat außerdem den USA 100 Millionen Impfdosen zugesagt. Die US-Regierung hat die Entwicklung von Impfstoffen massiv finanziell gefördert. Sobald der Impfstoff zugelassen sei, könne schnell mit der Auslieferung begonnen werden, sagte Bancel. „Wir haben bereits mehrere Millionen Impfdosen auf Lager.“ Bis Ende November dürften zehn Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, bis Jahresende 20 Millionen.

Bancel lobte die sogenannte Operation „Warp Speed“ der US-Regierung zur Entwicklung von Impfstoffen: „Das war eine der effektivsten Dinge.“ Während europäische Staaten klinische Studien von Moderna nicht finanziert hätten, habe die US-Regierung Geld zur Verfügung gestellt. „Zum Glück haben sie es gemacht, sonst hätten wir den Impfstoff nicht so schnell entwickeln können.“

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