11.11.2020 11:55 |

krone.at-Kolumne

Schulschließungen? Wir brauchen klare Worte!

Österreich ist auch durch den neuerlichen Lockdown müde geworden. Corona? Kann schon keiner mehr hören. Umso wichtiger ist es, dass die Vertreter der Bundesregierung nur noch glasklare Botschaften kommunizieren. Sonst wird aus Müdigkeit nämlich noch Desinteresse.

Die schwelende Debatte, ob angesichts der nach wie vor hohen Neuinfektionszahlen Schulschließungen notwendig sind, ist nur ein Beispiel, wie Verunsicherung in der Bevölkerung entsteht. Es ist schon erstaunlich, dass es bisher weder der Bildungs-, noch der Gesundheitsminister geschafft haben, hier klar Schiff zu machen. An einem Mangel an Erklärungsmöglichkeiten, wie der Fahrplan an den Schulen aussieht, kann es jedenfalls nicht gelegen haben - Pressekonferenzen gab es nämlich zu Genüge.

Schwelende Schuldebatte verbreitet nur Angst
Gerade bei diesem für viele Eltern und Lehrern so wichtigen Thema ist die aktuelle Vogel-Strauß-Taktik der Verantwortungsträger nicht nur unsensibel, sondern auch verhängnisvoll. Das Vor-sich-hin-Köcheln der Diskussion von Pro und Contra schürt angesichts der unklaren Lage nur noch mehr die Sorge, wie im Falle des Falls ein erneuter Schul-Lockdown organisiert werden kann. Nicht für alle hat sich nämlich die romantische Vorstellung von Home-Schooling im Frühjahr bewahrheitet. Für die meisten war das ein Kraftakt.

Hü und Hott wirkt wie Planlosigkeit
Auch die Kommunikation des zweiten Lockdowns war da etwas unglücklich. Wenn Teile der Regierung noch vor wenigen Wochen versichert haben, dass ein nochmaliges Herunterfahren des Landes nicht vorstellbar sei, ist es nur verständlich, dass der Rückhalt zu den nun doch plötzlich schärferen Maßnahmen stetig schwindet und „Covidioten“ Zulauf haben. Das Maßnahmen-Hü-und-Hott der Regierung hinterlässt den fahlen Beigeschmack der Planlosigkeit - auch, wenn das sicherlich nicht der Fall ist.

„Virus ist gefährlich“ kann keiner mehr hören
Umso wichtiger ist es, in dieser fordernden Zeit noch klarer als sonst zu kommunizieren. Keiner braucht mehr die ewiggestrigen Floskeln, wie gefährlich das Virus und wie wichtig unser solidarischer Zusammenhalt ist. Auch die obligatorischen Durchhalteparolen und das Angstgeplänkel holen nach einem halben Jahr mit Corona keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Deren Wirkung hat sich längst abgenützt, das haben wir alles schon einmal gehört. Das beeindruckt keinen mehr.

Corona-Pläne müssen offengelegt werden
Um fahle Gesichter zu vermeiden, sollte die Regierung vielmehr auf ein „Weniger ist mehr“ in der Kommunikation setzen. Weniger Worte, weniger Plattitüden, weniger Pressekonferenzen, dafür mehr Transparenz und mehr Klarheit. Die Corona-Pläne, die noch in den Schubladen der Verantwortungsträger liegen, sollten strikt offengelegt werden. Sonst könnte man meinen, es gibt sie gar nicht.

Katia Wagner, krone.at

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