04.11.2020 11:21 |

„Skandalöses“ Vorgehen

Entsetzen nach Trumps Selbst-Erklärung zum Sieger

Donald Trump geht auch durch die US-Wahlnacht, wie man es von ihm gewohnt ist: Noch bevor alle Stimmen ausgezählt sind, erklärt er sich unverblümt zum Sieger und bezeichnet eine weitere Auszählung der Briefwahlstimmen als Betrug. Um dies zu stoppen, will er vor den Supreme Court ziehen (siehe Video oben). Nicht nur sein Kontrahent Joe Biden findet diese Aussagen „skandalös“, zahlreiche weitere Politiker beobachten die „bestürzende“ Situation mit Sorge. Unter ihnen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, die sagt: „Trump überschreitet damit eine demokratische Grenze.“ Sloweniens Premier Janez Jansa gratulierte Trump hingegen bereits.

Nachdem Trump den Demokraten Wahlbetrug unterstellte, meldete die SPÖ-Chefin sich auf Twitter zu Wort: „Er überschreitet damit ganz eindeutig eine demokratiepolitische Grenze, schürt Proteste.“ Das sei „unwürdig und Anlass zur Sorge“.

In dieser Ansprache hatte Trump dazu aufgefordert, das Auszählen der Briefwahlstimmen einzustellen:

„Was viele befürchtet haben, macht Trump nun wirklich“
Ebenfalls entsetzt, aber auch spöttisch äußerten sich österreichische und deutsche Abgeordnete des EU-Parlaments über das Verhalten des amtierenden US-Präsidenten. „Was viele befürchtet haben, macht #Trump nun wirklich: Er will die Auszählung der Stimmen stoppen“, twitterte SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder Mittwochfrüh. „Trump hat keinen Respekt für #Demokratie, das Wahlrecht der AmerikanerInnen ist ihm egal“, so Schieder. Dies sei „schockierend und erinnert an autoritäre Diktatoren“.

„Alles andere wäre ein Betrug an unserer Nation. DoofSmiley“
„Trump will die Auszählung von fristgerecht eingegangenen Stimmen gerichtlich stoppen lassen? Come on boy, it‘s the USA and not Belarus“, schlug der SPD-EU-Abgeordnete Udo Bullmann auf Twitter in dieselbe Kerbe. „Wir haben - gähn - die nächste Bundestagswahl gewonnen. Alles andere wäre ein Betrug an unserer Nation. DoofSmiley!“, erklärte der deutsche EU-Abgeordnete und Satiriker Martin Sonneborn von Die PARTEI.

„Wenn ich das Chaos auf der anderen Seite des Atlantiks betrachte, bin ich mir sicherer als je zuvor, dass die Europäer zusammen stärker sind in einer unsicheren Welt“, schrieb der belgische Liberale Guy Verhofstadt auf Twitter. „Wie auch immer das Ergebnis sein wird, die EU muss ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

Biden: Sind für gerichtliche Auseinandersetzung gerüstet
Bidens Team wies Trumps Aussagen als „skandalös“ und „beispiellos“ zurück. Die Rechtsexperten des demokratischen Herausforderers seien aber für eine gerichtliche Auseinandersetzung gerüstet, erklärte Mittwochfrüh das Wahlkampfteam von Biden. Der ehemalige Vizepräsident selbst twitterte: „Es ist nicht meine oder Donald Trumps Aufgabe, den Sieger dieser Wahl zu küren, es ist jene des Wählers.“

Slowenischer Premier gratulierte Trump bereits
Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa gratulierte Trump als erster Regierungschef in der EU zu einem Sieg. „Es ist ziemlich klar, dass die Amerikaner @realDonaldTrump @Mike_Pence für #4moreyears gewählt haben“, schrieb Jansa am Mittwoch auf Twitter. Der britische Außenminister Dominic Raab glaubt an ein zuverlässiges Wahlergebnis: Er habe „volles Vertrauen“, dass die Gewaltenteilung der USA funktioniere und es ein klares Ergebnis geben werde.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).