Soll Augenlicht retten

Unternehmer spendet 5000 Euro für Operation

„Geben ist seliger denn nehmen“ – nach diesem Bibelspruch handelt der Welser Firmengründer (Wintex) Wilfried Wintersteiner (81). Er finanziert aus eigener Tasche dem Sohn (19) einer ungarischen Kellnerin eine Augenoperation um 5000 Euro in Wels. Ohne diesen rettenden Eingriff würde der Bursch sonst erblinden.

„Ich war in einem Welser Kaffeehaus. Dort hat die Kellnerin fürchterlich geweint. Ich hab’ sie gefragt, was los ist, und sie hat mir erzählt, dass ihr Sohn zuhause in Ungarn eine sehr schwere Augenerkrankung hat und bald blind sein wird“, erzählt Wintersteiner, wie er zum edlen Spender wurde. Der mitleidige Welser erfuhr, dass der 19-jährige Patrik K. unter einer Netzhautablösung und grünem Star leidet.

Niemand wollte in Ungarn helfen
„Die Dame hat mir erzählt, dass sie mit ihrem Sohn in Ungarn nur von einem Arzt zum anderen geschickt worden ist. Niemand wollte dem jungen Mann helfen“, sagt Wintersteiner. Er klemmte sich hinter den Fall und konnte mit einem Ärzteteam tatsächlich einen rettenden Eingriff im Klinikum Wels-Grieskirchen vereinbaren.

Ärzte verrechnen nur halben Termin
Die menschliche Tat rührte auch die Mediziner, die nur 50 Prozent des normalen Salärs für einen derartigen, aufwendigen Eingriff verrechneten. Wintersteiner hat bereits 5000 Euro überwiesen. Am kommenden Freitag soll der junge Ungar in Wels operiert werden.

„Ich war früher selbst einmal 14 Tage blind“
„Ich hatte früher einmal in den Tropen selbst eine schwere Augenerkrankung und war zwei Wochen lang blind. Das war der absolute Horror für mich“, sagt Wintersteiner, warum er so eine große Summe für einen Wildfremden auf den Tisch legt: „Das war aus Sympathie für die Mutter. Sie hat mir leid getan. Und das Geld kann man nicht fressen.“

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Mittwoch, 25. November 2020
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