Alarm in Schärding

Hilferufe: 8 Flüchtlinge aus Zug-Container befreit

Erschütternde Szenen am Güterbahnhof in Passau (Bayern): Nachdem ein Zeuge in Schärding (Oberösterreich) verzweifelte Hilferufe aus einem Güterwaggon gehört hatte, alarmierte er die Polizei. Wenig später befreiten die deutschen Einsatzkräfte insgesamt acht Flüchtlinge aus einem verplombten (!) Zug-Container. Darunter war auch eine Mutter mit ihren zwei minderjährigen Kindern.

Durch Zufall hörte ein Zeuge in Schärding verzweifelte Schreie aus einem Güterwaggon. Während er umgehend die Polizei alarmierte, rollte der Zug allerdings bereits weiter in Richtung Deutschland. Die Rettungskette wurde in Gang gesetzt - und die Garnitur schließlich von Exekutivbeamten gegen 23.30 Uhr bereits am Güterbahnhof in Passau erwartet. Die Uniformierten mussten auch nicht lang „ermitteln“.

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Aus einem der Waggons waren lautstarke Hilferufe zu hören.

Ein Polizeisprecher

„Aus einem der Waggons waren lautstarke Hilferufe zu hören“, so ein Polizeisprecher. Doch die Beamten konnten nichts unternehmen - der Container war verplombt. Und so rückte die Feuerwehr an. Den Helfern bot sich dann ein erschütterndes Bild: Eingepfercht zwischen Ladegut, hockten insgesamt acht völlig entkräftete Flüchtlinge.

Tagelang eingesperrt
Unter ihnen ein neunjähriger Bub samt Schwester (16) - sie waren mit der Mutter in Serbien zugestiegen und vier Tage in dem Container eingesperrt. Die restlichen „blinden Passagiere“ (zwei Marokkaner, je ein Jordanier, Algerier und Libyer) hatten noch länger ausharren müssen. Die Männer sollen seit Abfahrt des Zuges in der Türkei mit an Bord gewesen sein.

Während die Ermittlungen samt Spurensicherung starteten, wurden die Flüchtlinge zurück nach Österreich abgeschoben.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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