21.10.2020 12:24 |

Leitfäden, Screenings

Verschärfte Maßnahmen in Alters- und Pflegeheimen

Im Kampf gegen die zweite Welle in der Corona-Pandemie gilt es erneut besonders eine Gruppe zu schützen - und zwar jene der Bewohner von Alters - und Pflegeheimen. Aus diesem Grund will man mit verschärften Maßnahmen - etwa Ampelsystemen, Leitfäden, Registrierungen für Besucher und regelmäßigen Screenings - Ansteckungen und damit verbundene Clusterbildungen verhindern. 

Experten machen darauf aufmerksam, dass tagelanges Warten auf Corona-Screenings und -Testungen und deren Ergebnisse bei alten Menschen gefährlich werden kann. Der Bundesverband Lebenswelt Heim fordert etwa, Alters- und Pflegeheime, die bei der Gesundheitshotline 1450 anrufen, bei den Testungen vorzuziehen.

Wien: 100 Bewohner und 73 Mitarbeiter infiziert
In Wien sieht die Infektionslage in den stationären Pflegeeinrichtungen laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) folgendermaßen aus: 100 Bewohner und 73 Mitarbeiter sind infiziert. Die Zahlen seien nach einem Anstieg im September zuletzt wieder leicht gesunken, hieß es. Einen größeren Cluster wie etwa derzeit in Kärnten verzeichne man aktuell nicht. Die Infektionsrate bei den 17.000 betreuten Personen und den rund 10.000 Mitarbeitern betrage derzeit 0,6 Prozent.

„Das gut etablierte Besuchsmanagement und die österreichweit einmaligen Verordnungen sowie die konsequente Umsetzung von Hygiene-und sonstigen Schutzmaßnahmen in den Häusern haben sich bezahlt gemacht“, zeigte sich ein Sprecher des Stadtrats gegenüber der APA zufrieden. Die gültige Verordnung in Sachen Pensionistenwohn- und Pflegeheime wurde demnach schon vor dem Herbst bis Ende Dezember verlängert.

Pilotprojekt mit Antigen-Tests startet demnächst
In puncto Besuchsmanagement erlauben etwa die städtischen Pensionistenwohnhäuser seit Ende September keine Besuche mehr in Zimmern oder Wohnungen. Gesetzt wurde auch auf Screenings - also flächendeckende Tests. Zudem arbeiten der medizinische Krisenstab der Stadt und der Krisenstab Pflege auch an einer großflächigen Anwendung von Antigen-Tests. Ein entsprechendes Pilotprojekt in mehreren Häusern soll demnächst starten. Vor allem vor dem kommenden Winter wird auch verstärktes Staff-Testing erfolgen, wie betont wurde. Dies solle die nötigen Personalressourcen sicherstellen.

Generell gelten in Wiener Wohn- und Pflegeheimen sowie Pflegestationen folgende Richtlinien:

  • Ein Besuch mit Symptomen ist nicht erlaubt.
  • Für Gäste besteht Maskenpflicht. Die Zahl der Besucher ist auf zwei beschränkt. Die Zeiten sind im Vorhinein zu vereinbaren.
  • Die Treffen mit Bewohnern sollen vorzugsweise im Freien oder in definierten Besucherbereichen stattfinden. Obligatorisch ist auch die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln.
  • Sämtliche Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher werden notiert.
  • Gibt es eine gastronomische Einrichtung in einem Haus, müssen dort ebenfalls Schutzmaßnahmen beachtet werden. So werden etwa die Plätze an den Tischen zugewiesen.
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