„Kriminelle Firma“

Trump verschärft Angriffe gegen „korrupten“ Biden

Ausland
17.10.2020 10:21

Je näher die US-Präsidentschaftswahlen rücken, desto schärfer werden die Angriffe der beiden Kandidaten. Während Herausforderer Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump indirekt Nähe zu weißen, rassistischen Gruppierungen vorwirft und es „erstaunlich“ findet, dass Trump keine Worte der Verurteilung findet, wenn diese „inländische Terroristen“ die Entführung einer Gouverneurin planen, reitet der 45. Präsident der USA heftige Attacken gegen den „korrupten“ Biden und seine Familie.

„Joe Biden ist ein korrupter Politiker“, sagte der Republikaner am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Ocala im US-Bundesstaat Florida. „Und die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen.“ Er fügte hinzu: „Die Bidens wurden reich, während Amerika ausgeraubt wurde.“ Trump bezeichnete „Mainstream-Medien“ als „Volksfeinde“ und warf ihnen vor, über „die weltweit größte Geschichte“ nicht zu berichten - gemeint war die angebliche Korruption des Demokraten Biden.

Ob Trump auch nach der Präsidentschaftswahl in Siegerpose zu sehen sein wird? Hart ist der Kampf ums Weiße Haus allemal. (Bild: APA/AFP/Brendan Smialowski)
Ob Trump auch nach der Präsidentschaftswahl in Siegerpose zu sehen sein wird? Hart ist der Kampf ums Weiße Haus allemal.

„Sperrt ihn ein!“
Trump-Anhänger skandierten bei der Nennung von Bidens Namen „Sperrt ihn ein!“ - mit dieser Parole hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht. Trump erhebt seit Langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Vizepräsident Biden und gegen dessen Sohn Hunter, die nun von der Boulevardzeitung „New York Post“ befeuert wurden.

Joe und Hunter Biden auf einem Bild aus dem Jahr 2009 (Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/DAVID MCNEW)
Joe und Hunter Biden auf einem Bild aus dem Jahr 2009

Die Zeitung versuchte in Artikeln in den vergangenen Tagen, Joe Biden mit früheren Geschäften seines Sohnes Hunter Biden in der Ukraine und in China in Verbindung zu bringen. Das Blatt veröffentlichte E-Mails, die belegen sollten, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident zu schlagen. Die Zeitung wertete die Mails auch als Beleg dafür, dass Joe Biden entgegen seiner Aussage von den umstrittenen Auslandsgeschäften seines Sohnes gewusst habe. Joe Biden bestreitet, dass er sich etwas zuschulden habe kommen lassen. Die Authentizität der Mails ist nicht bestätigt.

(Bild: APA/AFP/SAUL LOEB, New York Post, Krone KREATIV)

E-Mails auf Laptop in Reparaturfirma gefunden?
Fragwürdig ist auch, wie die Mails ihren Weg an die Öffentlichkeit fanden. Sie sollen auf einem Laptop in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sein. Die „New York Post“ bekam nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende eine Kopie der Festplatte von Rudy Giuliani, dem langjährigen persönlichen Anwalt und engen Vertrauten von Trump. Die Kopie sei vom Besitzer der Reparaturwerkstatt angefertigt worden, bevor das Laptop im Dezember 2019 von der Bundespolizei FBI beschlagnahmt worden sei, berichtete die Zeitung.

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