Gegen Griechenland

Holzhauser nach dem Debüt: „Ein Kindheitstraum“

Raphael Holzhauser gab im Testspiel in Klagenfurt gegen Griechenland - sowie Marco Friedl, der nach dem Spiel in Quarantäne muss - sein Debüt für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft. Sein Fazit: „Ein Kindheitstraum, ich bin überglücklich, dass mir das gelungen ist.“

Früh in seiner Karriere als kommende Stammkraft in Österreichs Nationalteam gehandelt, gibt Raphael Holzhauser gegen Griechenland mit 27 Jahren nun spät aber doch sein Debüt für Rot-Weiß-Rot. Der Spielmacher von Aufsteiger Beerschot hat in den vergangenen Wochen in Belgiens Liga für Aufsehen über die Landesgrenze hinweg gesorgt. Teamchef Franco Foda reichten die TV-Bilder, um den Mittelfeldmann für die anstehenden Oktober-Spiele des Teams zu nominieren.

„Rapha Magic“
Nach dem 3:2 des Klubs aus Antwerpen gegen Waasland-Beveren am vergangenen Wochenende schwärmte die belgische Tageszeitung „De Standaard“ vom Österreicher. Vom „Phänomen“ Holzhauser war zu lesen, von „Rapha Magic“ kurz vor dem Pausenpfiff, als er das 2:1 per Idealpass vorbereitet hatte. Holzhauser selbst sagte über seine Hochform: „Es ist schwer zu sagen, warum es so gut läuft.“ Nach dem Anruf von Foda habe sich aber ein „Supergefühl“ eingestellt. „Das ist natürlich ein Traum, der in Erfüllung geht“, meinte der ehemalige Nachwuchs-Teamspieler.

Er erinnerte auch an eine „unglückliche“ Situation vor einem Jahr. Damals war der Spielgestalter nach dem Abstieg der Züricher Grasshoppers zum vermeintlichen Aufsteiger aus Belgien gewechselt. Nach einem Einspruch von Konkurrent Mechelen entschied das belgische Sportschiedsgericht aber, dass der wegen Spielmanipulation bestrafte Club doch ins Oberhaus darf. Beerschot blieb in der zweiten Liga, Holzhauser auch. Obwohl er den Verein hätte verlassen können. „Ich hatte schon die Vorbereitung mitgemacht, wollte so spät auch nicht noch einmal Verein suchen. Es war die richtige Entscheidung“, sagt der Niederösterreicher rückblickend.

Körperlich robuster
So habe das Jahr in der zweiten belgischen Liga auch seinen Spielstil geprägt. „Ich bin körperlich robuster geworden.“ Seine Torausbeute der Aufstiegssaison hat Holzhauser mittlerweile im Eiltempo fast erreicht. Standen 2019/20 noch sieben Treffer zu Buche, hielt er nach sieben Runden in der Jupiler Pro League bereits bei fünf. Dazu kamen noch fünf Torvorlagen. Einen Leistungssprung sah auch Foda: „Er hat sich in den letzten Monaten nach vorne entwickelt, hat mehr Dynamik im Spiel, erzielt Tore und bereitet Tore vor“, urteilte der Teamchef über seinen Debütanten.

Dessen Weg als Profi war bisher von Höhen und Tiefen geprägt. Im Jänner 2012 gab Holzhauser seinen Einstand für den VfB Stuttgart in der deutschen Bundesliga. Einer Leihe beim FC Augsburg 2013/14 folgte ein verlorenes halbes Jahr in Stuttgart, nachdem er bei den Schwaben zu den Amateuren versetzt wurde. Dazu kam im Spätherbst 2013 das Aus in Österreichs U21-Team, nachdem der Kapitän der Auswahl nach einem disziplinären Vorfall nicht mehr einberufen wurde. Die Austria holte den Mittelfeldmann im Jänner 2015 zurück nach Wien. Holzhauser wusste in der Bundesliga dann zu gefallen.

Der 1,93-m-Mann ordnete das Spiel der Violetten als direkt vor der Abwehr eingesetzter Mann. Diese Position hatte er auch bei den Grasshoppers inne, zu denen er Coach Thorsten Fink gefolgt war. Bei Beerschot ist er in der Offensivzentrale gefragt. „Ich komme nun selbst zum Abschluss, kann entscheidende Pässe spielen“, berichtete Holzhauser. Dass ihn Kritiker mitunter als „Standfußballer“ bezeichnen, lässt ihn kalt. „Dass ich nicht der Schnellste bin, mag vielleicht stimmen. Aber im zentralen Mittelfeld sind die Spieler eben nicht die schnellsten. Wichtig ist dort, dass man im Kopf schnell ist.“

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