07.10.2020 21:00 |

Wer regiert Wien?

„Ausgangslage der FPÖ ist eine katastrophale“

Die Wien-Wahl steht vor der Tür und noch ist nichts entschieden. Wird alles beim Alten bleiben oder haben Türkis oder Blau doch eine Chance auf die Regierung? Wie stehen die Chancen für Heinz-Christian Strache? Für die FPÖ sei die Ausgangslage eine katastrophale gewesen, so der ehemalige blaue Europaabgeordnete Andreas Mölzer im großen #brennpunkt-Talk. Spitzenkandidat Dominik Nepp, „der da wie die Jungfrau zum Kind zum Parteivorsitz gekommen ist“, habe von Anfang an gewusst, dass er eine Niederlage verwalten müsse. Die Frage sei nur, in welchem Maße.

Jeder wisse, dass die FPÖ nach Ibiza flächendeckend verliert oder verloren hat. „Da, wo sie gut aufgestellt war, hat sie ein Drittel verloren, da, wo sie schlecht aufgestellt war, hat sie zwei Drittel verloren. Das war natürlich auch aufgrund der Abspaltung, die es da gegeben hat, eine wirklich schwierige Ausgangssituation.“

Die große Frage sei auch: „Wohin gehen die Leute?“, so Mölzer. „Gehen wirklich viele ehemalige FPÖ-Wähler in den Nichtwähler-Bereich, weil sie angefressen sind?“ Auf die Frage, ob Strache mit seiner Partei die Grenze von fünf Prozent knacken könnte, meint das FPÖ-Urgestein: „Es wird mutmaßlich knapp werden, ich vermute aber doch, dass er unter der Grenze bleiben wird.“

„Gewisses Gegengewicht“ für SPÖ
Bei ÖVP-Spitzenmann Gernot Blümel gehe die Debatte in die Richtung, „dass, wenn es sehr gut geht, sich die Zahlen verdoppeln können“, so der ehemalige ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek. Es gehe jetzt aber vor allem darum, dass die SPÖ „ein gewisses Gegengewicht“ bekomme. „Weil ja offensichtlich die Grünen aus ihrer Rolle nicht allzu viel machen konnten. Sie haben viel gemacht, aber nur für ihre eigene Wählergruppe.“

Arbeitslosenquote heuer „entscheidender Punkt“
Themen wie die Arbeitslosenquote und Kurzarbeit seien heuer durch Corona „ganz entscheidende Punkte“. Laut Busek würden viele Bürger sagen, „ich wähle einen Politiker, der dafür sorgt, dass ich einen sicheren Job habe und dass meine Kinder eine sichere Ausbildung haben“.

Außerdem würden die politischen Systeme, in denen wir die längste Zeit gelebt haben, zunehmend zerbröseln. Die SPÖ sei beispielsweise keine richtige Arbeiterpartei mehr, „weil natürlich die Frage ist, welche Berufsformen hier noch eine entscheidende Rolle spielen“. Da sei viel drin, wenn es Türkis schafft, aber da müsse die Partei noch einiges dazulernen.

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Beurteilen Sie selbst, ob Sie in dieser lebenswerten Stadt weiterleben wollen oder ob Sie sie jemandem in die Hände geben, der zum Experimentieren anfängt.

Josef Cap (SPÖ)

„SPÖ kann in Wien etwas vorweisen“
„Der große Vorteil des amtierenden Bürgermeisters Michael Ludwig und überhaupt der Sozialdemokratie in Wien ist, dass sie auf ein Lebensmodell hinweisen kann, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Auf eine Stadt, deren Entwicklung sie wirklich beeinflusst hat“, so der ehemalige SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Sei es die Infrastruktur mit ihren - im Vergleich zu anderen Städten - „komfortablen Öffis“ bis hin zu den geförderten Wohnbereichen.

Man könne etwas vorweisen. „Man kann sagen, wir (die SPÖ, Anm.) haben über Generationen für die Menschen, die hier leben in dieser Stadt, etwas geleistet. Beurteilen Sie selbst, ob Sie in dieser lebenswerten und liebenswerten Stadt weiterleben wollen oder ob Sie sie jemandem in die Hände geben wollen, der zum Experimentieren anfängt“, so Cap. Das spreche für Ludwig und die Wiener Sozialdemokraten.

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