23.09.2020 08:30 |

Pläne für Asylreform

EU-Politiker für Ende des Elends und Hilfe vor Ort

Gespannt blickt Europa am Mittwoch in Richtung Brüssel. Dort legt die EU-Kommission ihre mehrfach verschobenen Pläne für eine Reform der Asyl- und Migrationspolitik vor. Was erhoffen sich die Delegationsleiter der im EU-Parlament vertretenen österreichischen Parteien eigentlich davon? Die „Krone“ fragte bei ihnen nach.

Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise 2015 fehlt es noch immer an einer gemeinsamen europäischen Asyl- und Migrationspolitik. Bislang ist diese immer an der Frage der Verteilung der Flüchtlinge gescheitert. Am Mittwoch legt die EU-Kommission ihre Pläne für eine Reform der Asyl- und Migrationspolitik vor - doch was erhoffen sich Österreichs EU-Abgeordnete davon?

SPÖ, Grüne und NEOS wollen Leid an Außengrenzen beenden
„Wir brauchen endlich eine solidarische EU-Asylpolitik. Das Elend an den EU-Außengrenzen muss ein Ende haben. Keine Lager mehr wie Moria“, sagt die grüne Delegationsleiterin Monika Vana.

Ähnlich sieht das SPÖ-Delegationsleiter Andreas Schieder: „Statt unmenschlicher Lager in Griechenland erwarte ich mir echte Lösungen: ein gemeinsames Asylsystem, schnelle Verfahren, echte Hilfe vor Ort und Schutz der Außengrenzen.“ Apropos Außengrenzen: „Wir fordern schon lange Schutzzentren an den Außengrenzen, aus denen Menschen mit positivem Asylbescheid fair auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden“, sagt die pinke Europaabgeordnete Claudia Gamon.

FPÖ: „Boot in Europa ist voll“
Von einer Verteilung will FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky nichts wissen: „Das Boot in Europa ist jetzt schon voll. Was es braucht, ist eine wirksame Hilfe vor Ort sowie die Klarstellung, dass man nicht einfach den Kontinent in sein Wunschland wechseln kann.“

Zitat Icon

Ungarns Premier Viktor Orban zeigt vor, wie es geht: Es braucht Entschlossenheit, alle Migrationswilligen abzuhalten.

FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky

ÖVP-Delegationsleiterin Angelika Winzig will „ein einheitliches europäisches Vorgehen, bei dem Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten im Vordergrund steht“. Für sie bedeutet das: „Jeder leistet einen Beitrag - und zwar nach seinen Möglichkeiten.“

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 20. Oktober 2020
Wetter Symbol