"Irgendetwas stimmt derzeit nicht", meinte Peter Pacult schulterzuckend und sprach von einer bitteren Niederlage. Der Rapid-Coach wirkt mittlerweile ziemlich ratlos und gleichzeitig verärgert. Er trauert der vergebenen Chance von Atdhe Nuhiu aufs 2:0 nach. "Da hat Besiktas nur der Tormann im Spiel gehalten."
Im Gegensatz dazu ließ sich Rapids Schlussmann Raimund Hedl beim Ausgleich von Filip Holosko den Ball aus den Händen schlagen. Ob es sich dabei um einen neuerlichen Fehler des Wieners handelte, wollte Pacult nicht beurteilen, weil er die TV-Bilder noch nicht gesehen hatte. Sauer ist der 50-Jährige offenbar auf Stefan Kulovits, der unmittelbar vor dem 1:1 mit einem Linienrichter diskutierte, weshalb die Absicherung im Zentrum fehlte.
Zu passiv gespielt
"Der Ausgleich hat uns die Euphorie weggenommen", analysierte der Rapid-Trainer, der wegen der passiven Spielweise seiner Kicker vor der Pause unzufrieden war. "Aber ansonsten kann ich der Mannschaft aufgrund der zweiten Hälfte nicht viel vorwerfen. Wir haben teilweise guten Fußball gespielt und dann auch noch das 2:2 auf dem Kopf gehabt aber im Moment haben wir auch nicht das Quäntchen Glück. Vielleicht könnte man ja beim ersten Besiktas-Tor Foul und beim zweiten Abseits geben, doch das gehört eben zu unserem Lauf dazu." Die Chance zum Ausgleich hatte Stürmer-Zugang Jan Vennegoor of Hesselink vergeben.
Für Hedl war das 1:1 irregulär. "Ich habe beide Hände am Ball gehabt. Aus meiner Sicht war es ein klares Foul." Auch der Unglücks-Goalie kann sich die jüngste Negativserie nicht ganz erklären. "Wir spielen in letzter Zeit ganz gut, aber die Ergebnisse passen nicht. Jetzt müssen wir zumindest gegen ZSKA Sofia punkten."
Gegen die ebenfalls noch punktlosen Bulgaren gilt es am 21. Oktober auswärts und am 4. November vor eigenem Publikum die letzte kleine Aufstiegschance zu wahren, sonst ist Rapid definitiv raus aus der Europa League. "Diese Spiele wollen wir wenn möglich gewinnen. Das ist sicher der Gegner in der Gruppe, gegen den wir uns am meisten ausrechnen", erklärt Kapitän Steffen Hofmann.
Kavlak bleibt unbeirrt optimistisch
Veli Kavlak hat den Kampf um den Einzug in die Runde der letzten 32 noch nicht aufgegeben. "Unser Ziel ist es, den Aufstieg bis zum letzten Spiel offen zu halten", erklärt der türkischstämmige ÖFB-Internationale, der Rapid mit einem großartigen Treffer in Führung gebracht hatte. Doch auch er ärgert sich über die Niederlage. "Wir haben ein Traumspiel gehabt. Wir führen 1:0 mit diesem Publikum im Rücken, bekommen dann aber zwei unnötige Tore", so der 21-Jährige.
Besiktas sieht sich schon in der nächsten Runde
Geht es nach Besiktas-Kicker Roberto Hilbert, werden sich Kavlaks Hoffnungen auf einen Aufsteigsplatz nicht erfüllen. "Wir gehen davon aus, dass es jetzt gegen Porto um den Gruppensieg geht", vermutete der Deutsche, dessen Club ebenso wie die Portugiesen bei sechs Punkten aus zwei Partien hält. Etwas diplomatischer formulierte Besiktas-Coach Bernd Schuster die Ausgangslage in Pool L: "Porto ist nach wie vor Gruppenfavorit, aber wenn wir noch ein Spiel gewinnen, sind wir ganz gut dabei." In Anspielung auf die in der ersten Hälfte tief stehenden Rapidler meinte der Deutsche, er hätte die "Wiener Mauer" kennengelernt. "Rapid hat eine ganz andere Art, Fußball zu spielen als Besiktas", lautete die Schusters Einschätzung der Hütteldorfer.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.