15.09.2020 13:14 |

Große Unterschiede

Frauen verdienen in allen Branchen noch zu wenig

Von der Hilfskraft bis zum Akademiker - es gibt in Österreich keine einzige Berufsgruppe oder Branche, in der Frauen gleich viel verdienen wie Männer. Das geht aus dem jüngst verfügbaren Einkommensvergleich der Statistik Austria für das Jahr 2018 hervor. Insgesamt liegt darin der mittlere Bruttoverdienst der Arbeitnehmerinnen mit 13,43 Euro pro Stunde um 17,4 Prozent unter jenem ihrer Kollegen.

So gingen beispielsweise männliche Führungskräfte mit 32,65 Euro pro Stunde nach Hause, weibliche mit nur 25,05 Euro - und sie stellten immerhin einen Anteil von 25 Prozent. Auch bei den Verdiensten der Hilfsarbeitskräfte gibt es einen deutlichen Unterschied - Frauen (Anteil: 47,3 Prozent) erhielten 9,68 Euro, Männer 12,09 Euro.

Bei den akademischen Berufen, bei denen Frauen auf einen Anteil von 42,8 Prozent kamen, standen 19,35 Euro 23,68 Euro gegenüber, bei Bürokräften (Frauenanteil: 65,7 Prozent) verdienten Arbeitnehmerinnen im Median 14,62 Euro, Arbeitnehmer 16,10 Euro, Verkäuferinnen (Anteil: 67,1 Prozent) bekamen mit 11,55 Euro etwas weniger überwiesen als Verkäufer (11,71 Euro) und im Handwerk (Frauenanteil: 6,4 Prozent) waren es 12,28 Euro versus 15,83 Euro.

Lohnunterschied nur leicht rückläufig
In Richtung Ausgeglichenheit geht es nur schleppend. Aber der Lohnunterschied sei leicht rückläufig, hielten die Statistiker am Dienstag fest. In zwölf Jahren sank der Verdienstunterschied um 5,3 Prozentpunkte, das waren nur 0,4 Prozentpunkte pro Jahr. Zwischen 2010 und 2014 hatte sich die Differenz von 21,1 Prozent auf 19 Prozent verringert, 2006 waren es noch 22,7 Prozent gewesen.

„Einen eindeutig positiven Einfluss auf die Verdienstmöglichkeiten hat die Ausbildung - Beschäftigte mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss erhielten brutto pro Stunde fast doppelt so viel wie Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss: Bildung macht sich bezahlt“, betonte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas.

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