12.09.2020 08:50 |

„Krone“-Interview

Berger: „Ferrari ist die Spitze des Eisbergs“

Jubiläum in Rot! Ferrari bestreitet am Sonntag auf der hauseigenen Strecke in Mugello, 120 Kilometer vom Hauptquartier in Maranello entfernt, das 1000. Rennen in der Geschichte der Scuderia. Einer, der den Mythos am eigenen Leib erfuhr, ist Gerhard Berger, der in der „Krone“ über seine große Formel-1-Liebe spricht.

„Krone“:Du hast von 1987 bis 1989 und 1993 bis 1995 insgesamt 96 Rennen für Ferrari bestritten, fünfmal gewonnen. Wie sehr schmerzt dich die derzeitige Situation der Roten?
Gerhard Berger: Mein Herz schlägt noch immer für Ferrari. Das ist im Moment eines der größten Tiefs. Aber ich habe dort auch ein paar Durststrecken erlebt. Und konnte auch eine beenden: 1987 mit dem Sieg in Japan nach zwei Jahren.

Wie hat sich Ferrari in diese Situation manövriert?
Nachdem die FIA die Unregelmäßigkeiten beendet hatte, hieß es zurück zum Start. Man hat in der Entwicklung viel Zeit verloren, das zeigt sich heute: Alle Ferrari-Motoren sind um eine Sekunde langsamer und vom Sieg ewig entfernt.

Was darf man denn für Mugello erwarten?
Sicher nicht, dass sie auf die Siegerstraße zurückkehren. Aber ich bin überzeugt, dass sie wieder Schritte nach vorne machen. Aber um die WM zu fahren, wird es wohl noch drei Jahre dauern.

Was muss sich denn bei den Roten ändern?
Es kann nicht funktionieren, wenn ein Mann alle Entscheidungen im politischen, operativen, regeltechnischen oder Fahrermanagement-Bereich tragen muss. Nimm Red Bull: Dort gibt es einen Marko, einen Horner oder einen Newey - da gibt’s für jedes Thema einen Topmann. Soll heißen: Ferrari muss sich auf der Personalebene absolut verstärken.

Gerhard, wie waren denn deine Emotionen, als du den Anruf von Ferrari erhieltst?
Das schönste Gefühl, das es gibt. Ich hatte dort super Zeiten, auch wenn mir der ultimative Erfolg, der WM-Titel - wie es auch Prost, Alonso oder Vettel passierte - nicht gelungen ist. Die Einzigen, die Ferrari kontrolliert zum Erfolg gesteuert haben, waren Niki Lauda und Michael Schumacher.

Beim Wort Ferrari gerätst du richtig ins Schwärmen.
Ferrari ist einfach die Spitze des Eisbergs. Vom Mythos, von der Historie her einfach etwas Spezielles.

Auch wenn Lewis Hamilton alle Rekorde brechen würde, glaubst du, dass seine Karriere nicht vollständig wäre, ohne einmal für die Scuderia gefahren zu sein?
Mercedes ist in der Formel 1 ja auch schon Mythos mit den Silberpfeilen. Aber ja, es würde Hamilton etwas fehlen, weil Ferrari einfach ganz was Besonderes ist.

Richard Köck, Kronen Zeitung

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