09.09.2020 09:17 |

Protokoll vom Lapsus

„Lächerlich!“ Hamiltons Boxenfunk vor der Strafe

„Das ist lächerlich“, entfährt es Lewis Hamilton, als er erfährt, dass die Boxengasse geschlossen ist. Zu spät, er wurde von seinem Team schon reingeholt. Die 10-Sekunden-Strafe ist damit unausweichlich. Die Penalty gegen Hamilton war einer der großen Aufreger beim Grand Prix von Italien. Mercedes veröffentlichte jetzt auf der Formel-1-Homepage die Video-Sequenz des Boxenfunks, der belegt, wie es zu dem Lapsus kommen konnte.

Runde 21 beim Rennen in Monza. Nach einem Gebrechen am Auto von Kevin Magnussen muss das Safety Car raus. Der überlegen führende Lewis Hamilton wird per Funk an die Box beordert - die aber eigentlich geschlossen ist. Die Information erreicht Hamilton aber zu spät. Mercedes veröffentlicht jetzt die entsprechenden Szenen, die dokumentieren, wie es zu dem Fehler kommen konnte. Das Video zeigt die Perspektive von Hamiltons Helmkamera und spielt dazu den Original-Funkverkehr zwischen Hamilton und Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin ein.

Die Konversation im Wortlaut:

Shovlin: „Safety Car, Safety Car. Box box, Box box.“
Hamilton: „Harte Reifen, harte Reifen.“
Shovlin: „Es ist zu spät, das zu ändern. Wir werden auf die Medium-Reifen gehen.“

Wenige Sekunden später biegt Hamilton in die Boxengasse ein. Bei der Einfahrt meldet sich wieder Shovlin bei Hamilton.

Shovlin: „Bleib raußen! Die Boxengasse ist offenbar gesperrt.“
Hamilton (inzwischen schon in der Box): „Ich habe nicht verstanden, was du gerade gesagt hast.“
Shovlin: „Die Nachricht kam sehr spät. Die Boxengasse war gesperrt.“
Hamilton: „War sie geschlossen?“
Shovlin: „Wir checken es gerade. Wir checken, wann die Information rausging.“
Hamilton (inzwischen mit dem Reifenwechsel fertig): „Das ist lächerlich. Ist das wegen des Autos, das da rechts rangefahren ist?“
Shovlin: „Das ist im Moment der einzige Vorfall auf der Strecke.“

Software-Adaptierung?
Mercedes nimmt die Schuld freilich auf sich. Allerdings räumt Shovlin im Podcast mit „formula1.com“ ein, dass der Vorfall leicht verhindert werden hätte können, wenn nur die Software ein wenig adaptiert würde. „Viele Informationen, die wir erhalten, werden von der Software registriert und automatisch an das Intercom weitergegeben. Wenn also ein Safety Car auf der Strecke ist, müsste eine Stimme ‘Safety Car‘ sagen. So kann einem die Information nicht verborgen bleiben, wenn man gerade nicht auf den Monitor schaut.“ Shovlin will also künftig einen deutlichen „Safety Car“-Ruf hören, um nicht zu verpassen, dass das Safety Car auf der Strecke ist. Genau das ist bei Mercedes am Sonntag aber offenbar passiert. Weswegen Lewis Hamilton der sicher geglaubte Sieg durch die Lappen ging.

krone Sport
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