08.09.2020 14:07 |

Flüchtlingsheime voll

Migranten in Udine verbringen Quarantäne in Bussen

Wegen eines „starken Migrantenansturms“ in Udine müssen rund 30 Flüchtlinge die Quarantäne an Bord von zwei Bussen verbringen, die von den Behörden der friaulischen Stadt zur Verfügung gestellt wurden. Die Migranten schlafen seit über einer Woche auf den Sitzen der Busse vor einem ehemaligen psychiatrischen Krankenhaus. Es handle sich um eine Notlösung, nach Alternativunterkünften werde gesucht. Keiner der Migranten sei bisher positiv auf das Coronavirus getestet worden.

So erklärte der Polizeichef von Udine, Angelo Ciuni: „Es handelt sich um eine Notlösung, weil wir mit einem starken Migrantenansturm konfrontiert sind. Wir sind auf der Suche nach besseren Unterkünften, in denen die Migranten die Quarantäne verbringen können. Wir suchen nach Schulen oder Hotels, die nicht genutzt werden.“

Zahl der Soldaten an Grenze soll aufgestockt werden
Täglich erreichen Udine etwa 50 Migranten über die Balkan-Route. Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese zeigte sich über die Migrationsströme über die slowenische Grenze in Richtung Italien besorgt und kündigte eine Aufstockung der Zahl der Soldaten an der Grenze an.

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Es ist offenkundig, dass wegen der Coronavirus-Epidemie der Umgang mit den Migrationsströmen schwieriger geworden ist.

Luciana Lamorgese

„Nicht einfach, angemessene Räumlichkeiten zu finden“
„Es ist offenkundig, dass wegen der Coronavirus-Epidemie der Umgang mit den Migrationsströmen schwieriger geworden ist. Es ist nicht einfach, angemessene Räumlichkeiten zu finden, in denen die Migranten die Quarantäne verbringen können“, berichtete Lamorgese im Interview mit der Tageszeitung „Il Messaggero Veneto“. In Triest soll nun mit Behörden die Migrationsproblematik besprochen werden.

Die friaulischen Regionalbehörden hatten kürzlich in einem Brief an Premier Giuseppe Conte vor der Gefahr der Verbreitung von Covid-19 in Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Migranten gewarnt. Dadurch dürften keine weiteren Infektionsherde entstehen.

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