29.08.2020 18:48 |

Mit Migranten auf See

Notrufe von „Louise Michel“: Banksy kritisiert EU

Die Hilferufe der „Louise Michel“, die mit mehr als 100 Migranten in maltesischen Such- und Rettungsgewässern treibt, wurden teilweise erhört. Die italienische Küstenwache hat nach eigenen Angaben 49 Menschen von dem privaten Rettungsschiff aufgenommen. Darunter befinden sich 32 Frauen, 13 Kinder und vier Männer. Gerettet wurden nur jene, die als am stärksten gefährdet galten.

Die „Louise Michel“, auf der sich angeblich auch ein toter Migrant befand, habe zuvor das maltesische Militär und die Seenotleitung Bremen vergeblich um Hilfe gebeten. An Bord befanden sich Angaben zufolge mehr als 200 Menschen, die in zwei Aktionen gerettet worden waren. Kürzlich wurde bekannt, dass der weltberühmte Street-Art-Künstler Banksy das private Rettungsschiff unterstützt.

Hilferufe werden „absichtlich ignoriert“
In einer knapp einminütigen Instagram-Botschaft richtete Banksy am Samstag an seine Follower: „Wie die meisten Menschen, die es zu etwas in der Kunstwelt gebracht haben, habe ich eine Jacht gekauft, um auf dem Mittelmeer herumzukreuzen ... und es in ein Rettungsschiff verwandelt.“ Seine Begründung: Die „EU-Autoritäten“ würden „die Hilferufe von ‘Nicht-Europäern‘ absichtlich ignorieren“. Das Video, das innerhalb von drei Stunden mehr als 1,3 Millionen Mal aufgerufen wurde, endet in Anlehnung an die Bewegung „Black Lives Matter“ mit der Aufschrift: „All Black Lives Matter“ (auf Deutsch: Alle schwarzen Leben zählen).

Die „Louise Michel“ segelt unter deutscher Flagge. Das Schiff konnte sich am Samstag nicht mehr sicher fortbewegen. Hilferufe waren zunächst unbeantwortet geblieben, was auch von Sea Watch als „beschämend“ kritisiert worden war.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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