24.08.2020 20:03 |

Kritik an Faßmann

Sommerschule: Für NEOS „zu wenig“, für SPÖ „Chaos“

In der am Montag in Ostösterreich gestarteten Sommerschule sollen zwei Wochen lang jene Kinder gefördert werden, die wegen der coronabedingten Umstellung auf Fernunterricht im Frühjahr besonderen Förderbedarf in der Unterrichtssprache Deutsch haben. Für die NEOS sind zwei Wochen Sommerschule allerdings „viel zu wenig“, für die SPÖ sind „eine Enttäuschung und Chaos vorprogrammiert“.

Sprachenlernen sei ein langfristiger Prozess, hier brauche es langfristige Förderung und Einbindung von Experten für Sprachförderung, betonte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid am Montag in einer Aussendung. Außerdem sei der Fokus auf Deutsch viel zu kurz gedacht.

„Faßman bleibt auf der populistischen Linie“
„ÖVP-Minister Faßmann bleibt jedoch auf der populistischen Linie, die suggerieren soll, es gäbe nur im Deutschunterricht und bei Kindern mit Migrationshintergrund Nachholbedarf.“ Für den Herbst fordert Hammerschmid Gratis-Nachhilfe in allen Hauptfächern für alle Kinder, die Unterstützung brauchen.

„Weder realistisch noch fair“
Auch für NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre ist das aktuelle Sommerschul-Konzept nicht nachhaltig. „Zu glauben, dass mit zwei Wochen Deutsch-Sommerschule wieder alles gerade gerückt sei, ist weder realistisch noch fair.“ Zehn Tage Deutsch-Unterricht durch Lehramtsstudierende allein könnten nicht alles kompensieren. Auch sie fordert ein ganzjähriges Förderprogramm in allen Hauptfächern, zusätzlich brauche es auch mehr Unterstützung durch einen Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie.

Faßmann: „Option auf Weiterführung“
Die erste Sommerschule startete am Montag in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Zum Auftakt machte sich Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) im niederösterreichischen Purkersdorf ein Bild des Modells, das durch den Corona-Lockdown entstandene Defizite in der Unterrichtssprache Deutsch ausgleichen soll. Er stellte in Aussicht, dass sie nach einer Evaluierung weitergeführt werden könnte.

„Es braucht schon sehr viel oppositionelle Fantasie, um dieses Modell der Sommerschule als ungeeignet zu bezeichnen“, verteidigte Faßmann beim Besuch des BG/BRG Purkersdorf gleich das Konzept, bei dem an ausgewählten Volks-, Neuen Mittelschulen (NMS) und AHS Schüler zwei Wochen lang am Vormittag beim Projektunterricht in Kleingruppen Deutschförderung bekommen sollen. Nicht nur Schüler erhielten dabei die Chance, Defizite auszugleichen, auch Lehramtsstudentinnen und -studenten bekämen dabei die Möglichkeit, Unterrichtspraxis aufzubauen. „Das Bildungssystem bewegt sich und das ist ein gutes Zeichen“, stellte der Minister fest.

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