21.08.2020 12:59 |

Ischgl zeigt Maßnahmen

Après-Ski heuer nur mit massiven Einschränkungen

An Skifahren ist aufgrund des hochsommerlichen Wetters derzeit zwar nicht zu denken, hinter den Kulissen bereiten sich die heimischen Wintersportgebiete aber schon auf die heurige Saison vor. Wie sich das Infektionsgeschehen bis zum Start der Skisaison entwickelt, lässt sich noch nicht vorhersagen, eines weiß man aber schon genau: „Après-Ski beispielsweise wird es in der bisherigen Form diesen Winter nicht mehr geben“, erklärt Andreas Steibl vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl. Der vom Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr besonders hart getroffene Skiort präsentierte am Freitag ein Bündel an Maßnahmen, mit dem man den Gästen den Aufenthalt so coronafrei wie möglich gestalten will.

Eine der wesentlichen Säulen dieses Pakets ist ein umfangreiches Mitarbeiter-Screening. So sollen zu Beginn der Saison alle Mitarbeiter entweder bereits mit einem negativen Corona-Test anreisen oder diesen spätestens vor Ort nachholen. Während des laufenden Betriebs sollen sie auch die Möglichkeit bekommen, weitere Tests durchzuführen. Für den Ischgler Bürgermeister Werner Kurz hat „die Gesundheit oberste Priorität“.

Keine Testpflicht für Gäste, aber Empfehlung
Für die Gäste soll es zunächst keine Verpflichtung geben, bereits mit einem negativen Covid-19-Test anzureisen, es wird jedoch „empfohlen“, beim Check-in in den Hotels ein negatives Testergebnis vorzuweisen, das nicht älter als drei Tage ist. „Wer kein Testergebnis vorlegen kann, für den besteht das Angebot einer freiwilligen Testmöglichkeit in der örtlichen Gäste-Screeningstation“, erklärte Alexander von der Thannen, der Obmann des Tourismusverbandes.

„Partytourismus“ soll stark eingeschränkt werden
Einigkeit besteht bei den Behörden darüber, dass man den „Partytourismus“ durch gezielte Maßnahmen eindämmen möchte. Es werde ohnehin gesetzliche Vorgaben geben, die Après-Ski und Co. drastisch einschränken. Komplett auf das Feiern nach dem Skispaß sollen die Gäste jedoch nicht verzichten müssen, nähere Details möchte man aber erst im Herbst „rechtzeitig vor dem Start der Wintersaison“ präzisieren.

Sicherheitskonzept für die Skipisten
Im Skigebiet sollen die Seilbahnkabinen laufend mittels Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert werden, um „99,9 Prozent der Viren und Bakterien zu eliminieren“. Dieselbe Methode wird auch in den Skibussen, Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen und in Aufzügen angewendet. Bei allen Bediensteten werden täglich vor Arbeitsbeginn Fiebermessungen durchgeführt. Die Skifahrer müssen bei den Fahrten mit Sesselliften und Gondeln auf jeden Fall einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bei der Silvrettaseilbahn AG erhalten sie diesen beim Kauf eines Skipasses kostenlos dazu.

Mund-Nasen-Schutz wird ständiger Begleiter
Die Gesichtsmaske soll auch an „neuralgischen und besonders gekennzeichneten Bereichen“ verpflichtend sein. Welche Bereiche das sind, geht aus der Mitteilung allerdings noch nicht hervor. Dort, wo sich größere Menschenansammlungen bilden, ist jedoch davon auszugehen, dass es eine Maskenpflicht geben wird, wie zum Beispiel in den Anstehbereichen, die technisch so organisiert werden sollen, dass „zusammenstehende Personengruppen möglichst vermieden werden“. 

Ischgl will Tracing-App entwickeln
Bis zum Saisonstart hat man in Ischgl offenbar noch viel vor. So soll auch eine eigene Contact-Tracing-App entwickelt werden, um eventuell auftretende Cluster so rasch wie möglich nachzuverfolgen und einzugrenzen. Um große Menschenansammlungen generell zu vermeiden, soll es zumindest zu Beginn der Saison keine Konzerte geben. Außerdem setzt man in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck auf Abwassermonitoring. Das soll dabei helfen, Infektionen mit hoher Genauigkeit früh zu erkennen.

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