Neuneinhalb und fünf Jahre unbedingte Haft: So lauteten die zwei vorerst letzten Haftstrafen nach drei Verhandlungstagen im Landesgericht. Eine fünfköpfige Drogen-Bande aus Salzburg stand wegen massiven Drogenhandels vor Gericht. Nur einer der Beschuldigten kam nicht zum Prozess – alle anderen bleiben im Gefängnis.
Schon am ersten Verhandlungstag, am Montag, machte die Vorsitzende den Angeklagten klar: „So viel Substanz wie in diesem Akt habe ich noch nie erlebt. Je länger man den Akt durcharbeitet, desto klarer wird die Sache.“ Die fünf Angeklagten zwischen 27 und 31 Jahren haben den Vorwürfen nach 215 Kilo Rauschgift verkauft – vor allem im Zeitraum 2020 bis 2021. Zwei Angeklagten sollen auch bis 2024 gedealt haben.
Die Staatsanwältin fasste zusammen: 116 Kilo Cannabis, 55 Kilo Kokain, 43 Kilo Speed, 6800 Ecstasy-Tabletten. Wohnungen wurden als Bunker für die Suchtmittel genutzt – mit dem Kauf von Luxus-Artikeln wurde das Drogengeld gewaschen. Entlarvt wurden die Drogengeschäfte durch eine Messenger-App: Über Chats wurden die Geschäfte vereinbart, sogar Bilder von Drogenlieferungen wurden gegenseitig verschickt. Beispielsweise: ein Tisch mit 15 Kilo-Paketen Kokain.
Vier von fünf Angeklagten zu Haft verurteilt
Zwei Angeklagte legten sofort ein Geständnis ab. Sie erhielten jeweils vier Jahre unbedingte Haft, nicht rechtskräftig. Ein Angeklagter, einer der beiden Anführer, kam erst gar nicht zum Prozess: Er sei in der Türkei erkrankt, meinte ein Verteidiger. Er wird jetzt per Haftbefehl gesucht. Und die anderen beiden leugneten trotz klarer Worte der Richterin.
Nach drei Verhandlungstagen setzte es deshalb auch strengere und bislang noch nicht rechtskräftige Strafen: Neuneinhalb Jahre ins Gefängnis muss ein bislang unbescholtener Salzburger, der aus einer Akademiker-Familie stammt. Und fünf Jahre unbedingte Haft fasste ein früher selbstständiger Salzburger aus.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.