07.08.2020 15:42 |

Falscher Bankraub

YouTube-Zwillingen drohen bis zu vier Jahre Haft

Dieser Scherz ging offenbar nach hinten los: Weil sie sich für ein sogenanntes Prank-Video als Bankräuber inszenierten, müssen sich die auf YouTube und beim Kurzvideodienst TikTok populären Zwillingsbrüder Alan und Alex Stokes jetzt vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen schlimmstenfalls bis zu vier Jahre Haft.

Wie die britische BBC berichtet, wurden die 23-Jährigen wegen falscher Inhaftierung und falscher Meldung eines Notfalls angeklagt. Den Beiden wird vorgeworfen, sich im vergangenen Oktober im kalifornischen Irvine gegenüber einem ahnungslosen Uber-Fahrer und Passanten als Bankräuber ausgegeben zu haben.

Mit Skimasken über dem Gesicht und Taschen voller vermeintlicher Dollarscheine in der Hand, sah man die Zwillinge in einem zwischenzeitlich gelöschten YouTube-Video aus einem Gebäude fliehen. Umstehende Passanten wurden anschließend um Hilfe in Form von Kleidung oder kostenlosen „Fluchtfahrten“ gebeten.

Ein Uber-Fahrer weigerte sich zwar, die Zwillinge mitzunehmen, rückte aber unfreiwillig ins wortwörtliche Visier der Polizei. Augenzeugen hatten diese alarmiert, weil sie dachten, die vermeintlichen Bankräuber wollten das Auto stehlen. Als die Beamten eintrafen, wurde der Fahrer mit vorgehaltener Waffe festgehalten. Erst später stellte sich heraus, dass er unbeteiligt war.

Polizei und Passanten „unnötig in Gefahr gebracht“
Die Polizei ließ die Brüder, die auf YouTube und TikTok zusammen rund 30 Millionen Follower zählen, damals mit einer Verwarnung davonkommen, doch jetzt droht das Ganze ein juristisches Nachspiel zu haben. Denn laut Todd Spitzer, Staatsanwalt des Bezirkes Orange County, verstieß der sogenannte Prank gegen das Gesetz.

„Dies sind Verbrechen, die dazu hätten führen können, dass jemand schwer verletzt oder sogar getötet wurde“, wird er zitiert. „Strafverfolgungsbeamte haben geschworen, die Öffentlichkeit zu schützen, und wenn jemand den Notruf wählt, um einen aktiven Banküberfall zu melden, werden sie reagieren, um Leben zu schützen.“

Da es sich anstatt eines echten Notfalls um den „verdrehten“ Versuch gehandelt habe, im Internet mehr Popularität zu erlangen, seien Mitglieder der Öffentlichkeit und Polizeibeamte „unnötigerweise in Gefahr“ gebracht worden, so der Bezirksstaatsanwalt.

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