05.08.2020 16:49 |

NGO-Kritik an Urteil

Koran zerrissen: Drei Jahre Haft für Indonesier

Weil er einen Koran zerrissen hat, ist ein Mann in Indonesien zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte in einer Moschee auf der Insel Sumatra eine Ausgabe der sakralen Schrift des Islam entwendet und dann in Stücke gerissen und weggeworfen. 

Menschenrechtsaktivisten kritisierten am Mittwoch das harte Urteil. „Er hätte wegen Diebstahls angeklagt werden sollen“, sagte Andreas Harsono von Human Rights Watch Indonesien. Das Urteil reihe sich in eine lange Liste von Opfern der strengen Blasphemiegesetze in dem südostasiatischen Land ein. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar vier Jahre Haft gefordert.

In Indonesien leben weltweit die meisten Muslime
Seit Präsident Joko Widodo im Jahr 2014 ins Amt gekommen sei, habe es in dem Inselstaat mindestens 40 Fälle von religiöser Blasphemie gegeben, so Harsono. Bis auf einen Angeklagten seien alle zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Indonesien ist das Land mit der weltweit größten Zahl an Muslimen.

Muslimischer US-Bürger in Pakistan erschossen
Ende Juli wurde in Pakistan ein wegen Blasphemie angeklagter muslimischer US-Bürger während seiner Anhörung von einem fanatischen Muslim erschossen. Tahir Ahmed Naseem war wegen Blasphemie angeklagt worden, weil er sich selbst als „Prophet“ bezeichnet haben soll. Im Islam gilt der Religionsgründer Mohammed als letzter Prophet und Gesandter Gottes. Blasphemie gilt im mehrheitlich islamischen Pakistan als Kapitalverbrechen, auf das die Todesstrafe steht.

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