05.08.2020 12:00 |

Unwetter-Sperren

Gefährliche Ignoranz bei Rotlicht am Hahntennjoch

Einer der „schönsten Alpenpässe Europas“ kann bei Schlechtwetter zum brutalen Schauplatz von Naturgewalten werden. Am Tiroler Hahntennjoch ist deshalb ein Vorwarnsystem mit Ampeln eingerichtet, die bei gefährlicher Wetterlage auf Rot schalten. Immer mehr Wagemutige ignorieren dies allerdings und begeben sich durchaus in Lebensgefahr.

Wenn es am Hahntennjoch gewittert, sei dies nichts für schwache Nerven, sagen die Kenner der abenteuerlichen Verbindungsstraße von Imst ins Lechtal. Gute Nerven braucht aber auch die zuständige Polizei, denn die ortet immer mehr Ignoranten vor allem auf der Imster Seite. 

„Allein im Juli haben wir fast 70 Kfz- und Motorradlenker erwischt, die die Rotsperre missachteten“, berichtet der Imster Bezirkspolizeikommandant Hubert Juen. Jüngst schnappte man Unbelehrbare am vergangenen Samstag. 

Lebensgefahr besteht!
Dabei ist die Ignoranz der Ampel keine Mutprobe sondern eine hochgradige Selbstgefährdung. Die Rotlichter der insgesamt vier Ampeln erscheinen nämlich nicht erst dann, wenn eine Mure die Straße verlegt hat, sondern wenn eine gefährliche Situation unmittelbar droht. 

Unzählige Wetterdaten der ZAMG lassen die Ampeln auf Rot springen, Polizei und Straßenmeisterei werden per SMS informiert. „Nach 40 Minuten starten wir eine Kontrollfahrt“, sagt Straßenmeister Hartmut Neurauter, „manche sind so dreist, dass sie erst an der Sperre, dann an uns vorbeifahren“. 

Katastrophe verhindern
Auch Juen versteht diese Sorglosigkeit nicht, man begebe sich in Lebensgefahr: „Wenn wir Kapazitäten frei haben, sind wir mit einer Streife vor Ort.“ Natürlich werde gestraft, vielmehr gehe es aber um die Verhinderung einer Katastrophe. Man habe auch schon klare Spuren entdeckt, nach denen Fahrzeuge über kleinere Muren drübergefahren sind.

Die kürzliche Meldung, dass ein Auto zwischen zwei Muren eingeschlossen sei, war allerdings ein personalintensiver Fehlalarm.

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