03.08.2020 16:38 |

Terror in Afghanistan

Gefechte nach IS-Angriff beendet: Dutzende Tote

Nach einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat auf ein Gefängnis im Osten Afghanistans sind laut dem afghanischen Verteidigungsministerium alle Angreifer tot. Die 22-stündigen Gefechte zwischen den IS-Terroristen und den Sicherheitskräften forderten mindestens 39 Menschenleben. Etwa 50 weitere Menschen sollen verwundet worden sein.

Die Angreifer hatten am Sonntagabend zunächst eine Autobombe gezündet, dann die zentrale Haftanstalt gestürmt und sich zwischenzeitlich in einem Gebäude in der Nähe verschanzt. Über 1000 Häftlingen gelang zunächst die Flucht. Den Großteil der Gefangenen - darunter auch zahlreiche IS-Mitglieder - konnte aber die afghanische Polizei wieder einfangen. Unter den Opfern seien Zivilisten, Gefängnisinsassen, Sicherheitskräfte und die zehn Angreifer.

Wird der IS durch Friedensgespräche gestärkt?
Nangarhar galt einst als Hochburg des IS in Afghanistan, bevor Afghanistan Ende 2019 den militärischen Sieg über die Terroristen verkündet hatte. Dennoch verübt der IS immer wieder Anschläge im Land. Laut einem Bericht des UN-Sicherheitsrats operieren rund 2200 IS-Kämpfer in Afghanistan. Experten gehen davon aus, dass der IS nach einem möglichen Friedensschluss der militant-islamischen Taliban mit der afghanischen Regierung Zulauf von Taliban-Kämpfern erhalten könnten, die eine Einigung mit der Regierung ablehnen.

Die aufständischen Taliban wiesen nach dem Angriff auf das Gefängnis jede Verantwortung von sich. Für das Opferfest Eid al-Adha hatten sie sich mit Kabul auf eine landesweite, dreitägige Feuerpause geeinigt, die bis auf wenige Zwischenfälle eingehalten wurde. Seit Monaten planen Afghanistans Regierung und die Taliban Friedensgespräche. Doch um Streit um einen Gefangenentausch waren diese ins Stocken geraten. Der Konflikt im Land geht indes weiter.

Verbindungen zwischen Taliban und Al-Kaida
Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Katar ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Im Gegenzug versicherten die Taliban, ihre Beziehungen mit anderen Terrororganisation zu beenden. Laut einem Bericht des UNO-Sicherheitsrats bestehen aber immer noch Verbindungen zu Al-Kaida.

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