20.07.2020 19:40 |

Folge des Klimawandels

Düstere Prognose: Eisbären sterben bis 2100 aus

Es ist eine düstere Prognose, die kanadische Wissenschaftler am Montag veröffentlicht haben: Demnach könnten Eisbären durch den Klimawandel bis zum Jahr 2100 in freier Wildbahn ausgestorben sein. Stetig schwindender Lebensraum und steigende Temperaturen würden das Nahrungsangebot für die Fleischfresser verringern, so die Forscher. Die Bären kämen dadurch in einen Teufelskreis, da hungrige, entkräftete Tiere weniger Erfolg bei der Jagd hätten.

In manchen Regionen sei das bereits zu beobachten, hieß es in der Studie. Mit dem Schrumpfen des Eises am Nordpol verkleinere sich das Zeitfenster, das den Bären für die Robbenjagd bleibe. Mit weniger Körpergewicht kämen die Bären dann immer schlechter durch den arktischen Winter. Zwölf von 13 untersuchten Populationen dürften die nächsten 80 Jahre nicht überstehen. In der Arktis steigen die Temperaturen doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt.

Tiere finden nicht mehr genug Nahrung
„Für die Bären verlängert sich die Zeit ohne Nahrung, bevor das Eis wieder zufriert und sie sich erneut auf die Jagd machen können“, erklärte der Leiter der Studie, Steven Amstrup von der NGO Polar Bears International. In ihrer Studie gingen die Forscher von einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 3,3 Grad Celsius weltweit im Vergleich zur vorindustriellen Zeit aus. Bereits die Erwärmung um ein Grad hat zu einer Häufung von Hitzewellen, Dürren und Stürmen geführt.

„Ihr Lebensraum schmilzt sprichwörtlich“
Selbst wenn die Menschheit den Anstieg auf 2,4 Grad begrenzen könnte - ein halbes Grad mehr als im Pariser Klimaschutzabkommen, aber dennoch kaum realistisch - würde dies das Aussterben der Eisbären wohl nur verzögern. „Das wäre noch immer viel mehr, als Eisbären während einer Million Jahre Evolutionsgeschichte erlebt haben“, sagte Amstrup. Die Fleischfresser am oberen Ende der Nahrungskette seien kaum in der Lage, sich einer veränderten Umwelt schnell genug anzupassen. „Ihr Lebensraum schmilzt sprichwörtlich.“

Bisher sind lediglich Eisbären so unmittelbar vom Klimawandel betroffen, das sei aber nur ein Vorbote dessen, worauf sich auch andere Tierarten in den kommenden Jahrzehnten einstellen müssten, schreiben die Forscher. In freier Wildbahn leben heute noch etwa 25.000 Eisbären.

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