Die Ausschreitungen zwischen Türken und Kurden Ende Juni im Wiener Bezirk Favoriten haben für heftige Aufregung gesorgt. Über die Ursachen stritten die Parteien. Die Bevölkerung hat dazu eine klare Meinung: Laut einer OGM-Umfrage für die „Krone“ finden 56 Prozent, dass „die Integration in Wien generell nicht funktioniert“.
Während die rot-grüne Stadtregierung die Ursache für die Tumulte bei türkischen Rechtsextremisten der „Grauen Wölfe“ sah, ortete die Rathaus-Opposition Defizite bei der Integration. Diese Sichtweise findet auch bei den Sympathisanten der Parteien zum großen Teil ihren Niederschlag: So meinen FPÖ-Wähler und Heinz-Christian-Strache-Fans zu 100 Prozent, dass bei der Integration einiges falsch läuft. Bei ÖVP-Anhängern sind es 70 Prozent und bei NEOS-Sympathisanten sind es immerhin noch 55 Prozent.
„Hier wird kundgetan, dass es sich um ein gewachsenes Problem handelt“, so OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Besonders stark sei diese Meinung auch bei Bewohnern, die außerhalb des Gürtels wohnen.
Uneinigkeit bei SPÖ-Wählern
Gespalten ist die Wählerschaft der SPÖ: Für 48 Prozent sind einzelne radikale Anhänger verantwortlich, 46 Prozent orten Defizite bei der Integration. Einzig die Grün-Wähler sind deutlich anderer Meinung: Hier sehen 55 Prozent die radikalen Anhänger als Ursache. Noch stärker vertreten ist diese Meinung bei jungen Wählern - mit 66 Prozent!
Für die Zeit bis zur Wahl lässt diese Umfrage einen Schluss zu: „FPÖ, ÖVP und Team HC Strache werden mit Lust und Laune das Thema bespielen und auf Versäumnisse der Stadt hinweisen“, meint Bachmayer.
Philipp Wagner, Kronen Zeitung
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