10.07.2020 13:15 |

Wunden nicht verheilt

EU-Abgeordnete gedachten der Opfer von Srebrenica

Das EU-Parlament hat am Freitag der Tausenden Opfer des Massakers von Srebrenica gedacht. „Der Völkermord in Srebrenica ist das größte Massaker in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Schatten von Srebrenica sind lange und mahnen uns, dass so etwas nie wieder mitten in Europa passieren darf“, so SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder.

„Ein solches Versagen der internationalen Politik“, so Schieder weiter, „bleibt unentschuldbar.“ Europa müsse „sich seiner Verantwortung bewusst werden, denn die ethnischen Konflikte können rasch wieder aufflammen und viele Wunden sind noch nicht verheilt“.

„Müssen den Genozid in unserer Erinnerungskultur aufnehmen“
Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, warnt in einer Aussendung vor einer „Glorifizierung“ der Täter. Diese behindere „dringend nötige Aussöhnung in Bosnien und Herzegowina und in der ganzen Balkanregion“. Auch seien „Grenzänderungen nach ethnischen Kriterien“ weiterhin abzulehnen. „Wir in der EU müssen den Genozid aktiv und würdevoll in unsere Erinnerungskultur mitaufnehmen“, fordert er.

Größtes Verbrechen im Bosnien-Krieg
Vom 12. bis 19. Juli 1995 wurden rund 8000 bosniakische Männer in der Umgebung der Stadt brutal ermordet. Das jüngste Todesopfer war erst 13 Jahre alt, das älteste 94. Srebrenica steht seither für das größte Verbrechen im Bosnien-Krieg - und für das größte Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das Europaparlament erklärte 2009 den 11. Juli zum Gedenktag für die Opfer von Srebrenica.

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