08.07.2020 16:42 |

Breite Kritik an USA

Anschober: „WHO ist nicht irgendein Verein“

Die USA ernten zum Teil scharfe Kritik für ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation: China, das wegen der Corona-Pandemie von US-Präsident Donald Trump ins Visier genommen wurde, forderte die USA auf, „die internationalen Verpflichtungen zu erfüllen“. Das derzeitige Vorgehen untergrabe den Kampf gegen das Virus. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete den Austritt als „herben Rückschlag“. Sein österreichischer Amtskollege Rudolf Anschober hält die Ankündigung für „mehr als bedauerlich“.

Die WHO sei „die globale Instanz, wenn es um Normen und Standards in den entscheidenden medizinischen Fragen dieser Welt geht“, so Anschober weiter. Er forderte eine Stärkung der Organisation, und „keine Schwächung“. „Die WHO ist nicht irgendein Verein", legte der Grüne nach. Anschober sparte auch nicht mit Kritik am Vorgehen Trumps.

Der Multilateralismus sei dadurch geschwächt worden. Der Gesundheitsminister appellierte gleichzeitig an die Europäische Union, sich in Zukunft stärker in der WHO zu engagieren: „Diese Entscheidung der USA erhöht die Verantwortung der Europäischen Union, eine noch stärkere Rolle in der WHO zu übernehmen.“

Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Corona-Pandemie: Er beschuldigt die UNO-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen.

Trump hatte die WHO-Beiträge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Die USA waren bisher wichtigster Geldgeber. Die Organisation wird nicht nur von Staaten, sondern auch von einer Reihe großer privater Geldgeber unterstützt, etwa der Bill and Melinda Gates Foundation des Microsoft-Gründers und dessen Ehefrau.

Der 45. Präsident der USA steht in der Corona-Krise selbst schwer unter Druck. Der Republikaner hatte die Gefahr der Pandemie lange heruntergespielt. Kritiker werfen ihm vor, mit seinem Feldzug gegen die WHO und China von eigenen Versäumnissen ablenken zu wollen. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 130.000 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, fast drei Millionen Infektionen wurden bereits nachgewiesen.

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