Ärger für Bundesliga

Vorwärts Steyr hat Corona-Kodex falsch verstanden!

Mit Vorwärts Steyr hat ein weiterer Fußball-Zweitligist die Coronavirus-Testvorgaben falsch interpretiert! Die Bundesliga leitete deshalb am Dienstag das nächste Verfahren ein. Steyr hatte sich zuvor proaktiv bei der Bundesliga gemeldet, positiv getestete Spieler gibt es bisher nicht. Laut Liga-Angaben hat die medizinische Abteilung des Klubs das Test-Pooling falsch interpretiert und jeweils nur einen Spieler pro Fünfergruppe getestet, anstatt fünf Tests gemeinsam auszuwerten. Ebenfalls verdächtigt, gegen die Coronavirus-Regeln verstoßen zu haben, wird der Kapfenberger SV.

Gegen beide Klubs laufen nun Verfahren wegen „Nichtbefolgung einer Verbandsanordnung“. Die Klubs haben sich im Präventionskonzept freiwillig verpflichtet, wöchentliche PCR-Tests bei allen Vertretern der „Roten Gruppe“, also in erster Linie Spielern und Betreuern, durchzuführen. Dies dürfte in Kapfenberg und Steyr nicht immer bei allen Personen passiert sein. Laut Liga-Angaben hat die medizinische Abteilung von Steyr das Test-Pooling falsch interpretiert und jeweils nur einen Spieler pro Fünfergruppe getestet, anstatt fünf Tests gemeinsam auszuwerten. „Somit wurden nicht sämtliche Akteure jede Woche wie vom Präventionskonzept vorgesehen getestet“, hieß es in einer Liga-Aussendung am Dienstag. Stichprobenartige Tests sind nicht erlaubt.

Doch auch Kapfenberg dürfte mögliche Infektionen seiner Spieler so überprüft haben. „Wir haben die rote Gruppe - das sind 35 Personen - in sieben Gruppen eingeteilt und haben dann jede Woche aus jeder Gruppe einen Test gemacht. Sodass wir pro Woche auf sieben Tests gekommen sind. Das war unsere Interpretation des Poolings“, sagte KSV-Klubarzt Albert Sacherer gegenüber dem ORF. Die Umsetzung wurde von der Liga bisher nicht überprüft, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer gegenüber dem Ö3-Radio sagte: „Wir gehen davon aus, dass Selbstverantwortung im Bereich des Präventionskonzepts, das einstimmig von den Klubs beschlossen wurde, auch von den Klubs gelebt wird.“ Die Liga reagierte auf die Fälle mit einer „Aktion scharf“. Sie will nun „Rechnungen, Laborbefunde etc.“ von allen Zweitliga-Klubs als Beweis für durchgeführte Tests haben.

Steyr meldete sich nach Bekanntwerden der Kapfenberg-Causa am Montag laut Ebenbauer proaktiv. „Steyr ist bereits heute in der Früh aktiv an mich herangetreten, um über den Umstand aufzuklären, dass sie scheinbar hier einen Fehler gemacht haben, oder dass sie eben so getestet haben wie auch Kapfenberg, weshalb wir begonnen haben bei allen Klubs nachzufragen.“ In Kapfenberg wurden alle Akteure mittlerweile flächendeckend getestet. Auch jene drei Spieler, die zuletzt positiv waren, sind nun negativ. Die gesamte Mannschaft bleibt laut Liga-Angaben aber in Quarantäne, die zuvor Positivgetesteten in Einzel-Quarantäne. Am Freitag stehen für die gesamte Mannschaft erneut Testungen an. Fällt auch ein zweiter Befund negativ aus, dürfen auch die drei genannten Spieler laut dem Hygiene- und Präventionskonzept der Liga wieder am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen.

Für Kapfenberg stünde am Samstag das Auswärtsspiel beim GAK an - die Grazer melden aber Bedenken an. „Wir werden keinen Spieler zwingen, hier anzutreten und natürlich werden wir auch weiterhin mit der Liga beraten, wie hier vorzugehen ist, aber wir präferieren eine Verschiebung des Spiels“, meinte GAK-Manager Matthias Dielacher. Vorwärts Steyr, das bisher keinen positiven Test vermeldet hat, steht die Auswärtsreise zur Lustenauer Austria (Samstag) bevor. Sollte die Saison nicht ordnungsgemäß beendet werden können, dürfte dies auch Auswirkungen auf die Bundesliga haben. Da es aus der 2. Liga im Falle eines Liga-Abbruchs keinen formellen Aufsteiger geben würde, müsste die WSG Tirol nicht absteigen - und Austria Klagenfurt oder die SV Ried wohl auch kommende Saison in der 2. Liga spielen.

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