02.07.2020 13:44 |

Sie gab sogar Liga auf

Basketball-Königin rettet Mann aus dem Gefängnis

Maya Moore (31) hat im Basketball alles erreicht, was erreicht werden kann. Gold bei Weltmeisterschaft, Olympia und auch in der WNBA. Jetzt gewann sie aber ihr wichtigstes Match bisher, sie gewann ein Leben von einem Menschen zurück. Jonathan Irons (40) saß im Gefängnis. 24 Jahre lang. Unschuldig verurteilt. Und sie setzte sogar zwei Saisons aus, um für ihn kämpfen zu können. Heute wurde er freigelassen.

Moore war natürlich dabei, als der Held des Tages das Jefferson City Correctional Centre verließ. Bevor sie sich der fröhlichen Menge rund um Irons anschloss, sank sie auf die Knie. Sie wusste, was sie mit dem Schicksal des Mannes aus Missouri auf sich genommen hatte. Er wurde, damals, als er  16 Jahre alt war, wegen Einbruchs und Angriffs auf eine Privatperson verurteilt. Auf 50 Jahre.

War nicht am Tatort
Nur: Wie sich herausstellte, hatte er mit dem Angriff auf Stanley Stotler, damals 37, einen weißen Hausbesitzer in O ’Fallon, etwa 45 Auto-Minuten von St. Louis entfernt, nichts zu tun. Stotler war selbst bewaffnet, er wurde zweimal angeschossen. Der Afroamerikaner Irons war nicht am Tatort gewesen, er wurde mit jemandem verwechselt. Das sagte er auch der Polizei. Vergeblich. Und auch das Gericht glaubte ihm nicht. Verurteilt wurde Irons mit 18. 

Womit aber das Gericht nicht rechnete und wovon auch Irons Anwalt nichts wusste: Es gab Fingerabdrücke einer dritten Person im Zimmer, in dem auf Stotler geschossen wurde. Und diese Fingerabdrücke wurden im Prozess nie behandelt. Darauf pochte Maya Moore, die 13 Jahre lang für Gerechtigkeit für Irons kämpfte und das erkannte im März auch der Richter Daniel Green und schickte den Fall wieder zur Staatsanwaltschaft zurück. Die wollte ihn aber nicht mehr behandeln, die Beweise für seine Unschuld waren erdrückend. So kam Irons heute frei. 

Maya Moore lernte Irons 2007 kennen, bei einem Praktikum im Strafvollzug in Connecticut. Das war noch vor ihrer Zeit, als sie zur Basketball-Newcomerin des Jahres gewählt wurde und mehr mit der College-Mannschaft University of Connecticut gewann, als je jemand zuvor. Seit 2016 redet sie öffentlich über ihre Freundschaft zu Irons. Und die letzten Jahre setzte sie sogar ihre Profi-Karriere aus, um ihn freizubekommen. Manchmal werden Träume eben wahr.

Wieder das Leben leben
Irons, der ein gläubiger Mensch ist und der im Gefängnis viel gelesen hatte, sagte nach seiner Freilassung: "Ich spüre, dass ich wieder das Leben leben kann. Ich bin frei, ich bin gesegnet und ich will mein Leben so weiterführen, dass ich mich Gottes Hilfe und Einfluss würdig erweise. Ich danke allen, die mir halfen, sagte er und dann ergänzte er, „Maya und ihrer Familie“.

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