26.06.2020 12:22 |

Aus dem Ministerium:

Paket mit Lösungen für Nachtgastro „nächste Woche“

Während die illegale Partyszene vor allem in der Bundeshauptstadt Wien für immer mehr Kopfschütteln sorgt, gibt es für die heimische Nachtgastronomie noch immer keine praktikable Lösung, wie es in der Zukunft mit Clubs, Bars und Diskotheken weitergehen soll. Die heimischen Branchenvertreter fühlen sich von der Politik immer mehr im Stich gelassen. Am Freitag spielte die ÖVP den Ball an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) weiter. Aus dem Ministerium hieß es nun, dass es „bis Ende nächster Woche ein Paket mit Lösungsvorschlägen“ geben solle. 

In den vergangenen Wochen verkündete die türkis-grüne Bundesregierung immer mehr Erleichterungen für die heimische Gastronomie. Die Sperrstunde wurde etwa von 23 auf 1 Uhr verlängert. Nachdem die Maskenpflicht für Gäste bereits seit dem 15. Juni der Vergangenheit angehört, fällt die Maskenpflicht für die Mitarbeiter am 1. Juli. Einzig die Nachtgastronomie wurde immer wieder auf später vertröstet.

Nachtclubs immer wieder Quelle von Ausbrüchen
Nun gibt es erstmals ein konkretes Datum, wann ein Paket mit Lösungsvorschlägen für die heimischen Clubs und Diskotheken präsentiert werden soll. Das Gesundheitsministerium möchte „bis Ende nächster Woche“ einen Plan präsentieren. Es gehe um einen „pragmatischen Weg in Balance mit dem Gesundheitsschutz“. Man wolle auch internationale Modelle prüfen. Nachtclubs gelten nicht erst seit der „Causa Ischgl“ als Quelle von Cluster-Ausbrüchen. In einem Nachtclub in Südkorea hatte ein sogenannter „Superspreader“ im Mai Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, weshalb umgehend die Schließung sämtlicher Clubs und Bars angeordnet worden war.

Betreiber fühlen sich von Regierung „papierlt“
Für die Vertreter der heimischen Nachtgastronomie bedeutet die derzeitige Situation eine seit Monaten andauernde Ungewissheit und nicht zuletzt auch einen unwiederbringlichen Verdienstausfall. Es ist nur mehr eine Farce, sagte etwa Martin Ridler vom Innsbrucker „Tante Emma“-Club in Richtung der Politik, von der man sich ohnehin bereits „papierlt“ fühle. „Jeden Tag gibt es in ganz Österreich ,illegale‘ Partys und wir dürfen nicht aufmachen“, kritisierte auch der Sprecher des Verbands der österreichischen Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger.

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