25.06.2020 14:52 |

WWF entsetzt

Abschuss gefordert: Aufregung um Wolfspärchen

Die steirischen Almbauern gehen in die Offensive: Sie fordern den Abschuss eines Wolfspärchens, das bereits mehrere Tiere gerissen haben soll, zuletzt ein 300 Kilogramm schweres Jungrind. Der WWF zeigt sich über diese Forderung entsetzt und sieht „populistische Stimmungsmache“.

Auf einer Hochalm in Trofaiach, auf der etwa 50 Weidetiere gehalten werden, wurde am Dienstag der zerfetzte Torso einer Kalbin gefunden. „Schon seit mehreren Wochen berichten Bauern in der Region über Alarmsignale bei ihren Weidetieren. Diese sind verängstigt, unruhig und auch gegenüber ihren Besitzern ungewohnt scheu“, berichtet der lokale ÖVP-Nationalratsabgeordnete und Landwirt Andreas Kühberger. So seien zuletzt elf Kalbinnen in Panik geraten und abgestürzt.

Salzburg als Vorbild
Kühberger und der steirische Almwirtschaftsverein haben eine Petition gestartet, in der gefordert wird, den Schutzstatus des Wolfes zu senken und den Abschuss von „Problemwölfen“ - wie zuletzt umstrittenerweise in Salzburg genehmigt - zu ermöglichen. Mehrere steirische ÖVP-Nationalratsabgeordnete unterstützten diese Initiative. 

23 Tiere gerissen
Schützenhilfe kommt auch von der Landwirtschaftskammer: Bereits 23 Tiere (21 Schafe, ein Kalb und ein Jungrind) seien - teils in Hofnähe und am hellichten Tag - in der erst kurzen steirischen Weide- und Almsaison gerissen worden. „Offenbar ist in unserer Gegend ein besonders aggressives Wolfspärchen auf Raubzug“, sagt der Leobner Kammerobmann Andreas Steinegger. 

„Für die Tierhalter ist die Wolfsbedrohung zermürbend und untragbar. Die tierfreundliche Weide- und Almhaltung unserer bäuerlichen Familienbetriebe ist in ernster Gefahr“, schlägt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher Alarm. „Die Entnahme von Problemwölfen in landwirtschaftlich genutzten Räumen und im Siedlungsgebiet ist erforderlich.“

„Schießwütige Parolen“
Diese Forderung bringt den WWF auf die Palme. Sie sei eine „populistische Stimmungsmache gegen eine streng geschützte Art.“ „Der hohe europarechtliche Schutzstatus der Wölfe erfordert praxistauglichen Herdenschutz und eine ausgewogene Beratung für Landwirte, wie es sie in anderen Ländern längst gibt. Hingegen erzeugen schießwütige Parolen nur ein Klima der Angst, ohne den Betroffenen in der Praxis zu helfen - und das noch dazu bevor überhaupt alle Fakten zu den Rissen der letzten Wochen vorliegen“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler.

Doch laut den Almbauern ist Herdenschutz nicht praxistauglich. So meint Anton Hafellner, Obmann des steirischen Almwirtschaftsvereins: „Auf der Alm, wo der jüngste Angriff stattfand, wurden die Tiere von einem Hirten betreut. Kein Hirte kann alle Tiere 24 Stunden am Tag beaufsichtigen.“

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