19.06.2020 12:31 |

Herkunft aus Europa

China veröffentlicht Genom von neuem Virenstamm

China hat das Genom des neuen Virenstamms veröffentlicht, der in Peking einen erneuten Corona-Ausbruch verursacht hat. Die Erbgut-Sequenz wurde der WHO und Wissenschaftern in aller Welt zur Verfügung gestellt, teilten die Behörden in Peking mit. Erste Analysen deuteten darauf hin, dass dieser Virenstamm „aus Europa gekommen“ sei, erklärte Zhang Yong von der chinesischen Seuchenkontrollbehörde.

Der Virenstamm sei allerdings „älter als das Virus, das derzeit in Europa zirkuliert“, legte Zhang in einem am Freitag veröffentlichten Bericht dar. Vielleicht sei das nun in und um Peking festgestellte Virus von tiefgekühlten Lebensmitteln oder einem Lebensmittelmarkt ausgegangen.

Virus auf Schneidebrettern nachgewiesen
Als Ausgangspunkt wird der viel besuchte Pekinger Xinfadi-Markt vermutet, auf dem mehr als 70 Prozent der frischen Nahrungsmittel für Peking verkauft werden. Das neuartige Coronavirus wurde auf Schneidebrettern nachgewiesen, auf denen importierter Lachs zerlegt wurde. Wissenschafter warnen allerdings vor voreiligen Schlussfolgerungen.

„Von Wuhan nach Europa und zurück nach China“
Ben Cowling, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Hongkong, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei „möglich, dass das Virus, das nun den Ausbruch in Peking verursacht, von Wuhan nach Europa und nun zurück nach China gereist ist“. Der erste Infizierte des neuen Ausbruchs sei aber noch nicht identifiziert worden und daher könne auch der Ursprung des Ausbruchs nicht bestimmt werden.

Keine Schlussfolgerung auf Herkunft des Virus
Der Gen-Forscher Francois Balloux vom University College London schrieb auf Twitter, das Genom lasse keine Schlussfolgerungen auf die Herkunft des Virus zu. Es könnte „im Grunde von überall her stammen“. Das Genom lasse allerdings darauf schließen, dass das Virus bereits eine Weile von Mensch zu Mensch übertragen worden sei, bevor der Ausbruch festgestellt wurde.

Nach zwei Monaten ohne Ansteckungen waren vergangene Woche erneut Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Am Freitag wurden in Peking 25 weitere Infektionen bestätigt, damit gibt es in der chinesischen Hauptstadt mittlerweile 183 neue Fälle.

Massentests und umfangreiche Maßnahmen
Zur Eindämmung der Pandemie ergriffen die Behörden umfangreiche Maßnahmen wie Schulschließungen und Massentests. Die Menschen in Peking müssen auf nicht notwendige Reisen verzichten, Bewohner von Risikogebieten dürfen die 21-Millionen-Einwohner-Stadt gar nicht verlassen.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 07. Juli 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.