04.06.2020 07:00 |

Reisebüros in Nöten

Viele Steirer sehnen sich schon nach der Ferne

100 Prozent Stornos, null Prozent Buchungen - so sieht im Moment der Alltag vieler steirischer Reisebüros und -unternehmen aus. Daran wird sich zeitnah trotz der neuen Grenzöffnungen nicht viel ändern.

„Die Steirer scharren in den Startlöchern, viele haben Fernweh, aber wenn sich ständig die Kursrichtung der Politik ändert, schürt das Unsicherheit“, kritisiert Fredi Dunkl, Chef eines Reisebüros und Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe.  „Das heißt, obwohl Kroatien schon gebucht werden könnte, traut sich da kaum jemand drüber. Stattdessen wurde bis Mitte Juni das Meiste storniert."

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Auch wenn Grenzen öffnen – die Leute haben große Angst, dass sie nicht mehr nach Hause kommen. Es braucht klare Ansagen dazu.

Fredi Dunkl, Reisebürofachmann

Und selbst wenn die Grenzen zu den liebsten Urlaubsländern der Steirer wie eben Kroatien, Griechenland oder Italien jetzt plötzlich aufgingen, die Quarantäne bei der Rückreise fiele, „würde es keinen Schub bei den steirischen Reisebüros geben. Auch aufgrund fehlender Flugkapazitäten“, sieht Dunkl weiter schwarz. „Wenn, dann wird kurzfristig gebucht, dann, wenn wirklich nichts schief gehen kann bei der Rückreise.“

Dafür wäre jetzt bereits das Interesse an den Weihnachtsferien groß und auch für das nächste Jahr.

„Echte finanzielle Katastrophe“
Für die Reisebüros ist die Lage eine „echte finanzielle Katastrophe. Kaum ein Politiker hat daran gedacht, dass es neben Hotels, Gastronomie und Friseuren uns eigentlich auch noch gibt.“  Die meisten wären noch geschlossen, hätten nur Journaldienst.

Jede Menge Umbuchungen verzeichnet ebenfalls Griechenland-Spezialistin Andrea Springer, die die Situation zum Verzweifeln bringt: „Per 15. Juni sperren die Hotels auch auf den Inseln auf, mit 1. Juli die anderen Flughäfen neben Athen. Buchen kann man, aber die Steirer tun das nicht ohne Garantie.“

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Ab 15. Juni, hat die Regierung signalisiert, könnten Griechenlands Grenzen dann aufgehen. Das macht natürlich große Hoffnungen.

Andrea Springer, Griechenland-Spezialistin

Was die Preise betrifft, ist sie sicher: „Die Hotelkosten werden nicht hinaufschnellen, eher im Gegenteil, man versucht, den Juli billiger zu machen. Bei den Flügen lässt sich das derzeit nicht abschätzen. Die Griechen nehmen die Österreicher jedenfalls mit offenen Armen auf."

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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