03.06.2020 12:08 |

Beschränkung aufrecht

Italien: Für Österreicher heißt es „Bitte warten“

Wer sich schon auf einen Sommerurlaub in Italien gefreut hat, muss weiter warten. Die Reisebeschränkungen für Italien bleiben trotz der Grenzöffnung seitens unserer südlichen Nachbarn weiter aufrecht - zumindest bis 15. Juni. Vonseiten der Bundesregierung heißt es, man werde die Situation wöchentlich evaluieren. Ziel sei aber jedenfalls die vollständige Reisefreiheit. Ab Donnerstag werden die Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn eingestellt. Italien hat seine Grenzen nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen wieder für Urlauber aus den 26 EU-Ländern geöffnet. Eine zweiwöchige Quarantäne für Ausländer, die nach Italien reisen, wurde abgeschafft.

Ob wir im Sommer auch nach Italien reisen können - das wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden. Außenminister Alexander Schallenberg, Europaministerin Karoline Edtstadler, Innenminister Karl Nehammer (alle ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatten am Mittwoch bei einem Runden Tisch die Situation besprochen.

Man habe entschieden, die Lage wöchentlich zu evaluieren und neu zu bewerten, hieß es zu Mittag. Eine teilweise Öffnung für bestimmte Gebiete in Italien wird es vorerst nicht geben. Bei allen anderen Nachbarländern wird es keine Corona-bedingten Grenzkontrollen bei der Einreise nach Österreich mehr geben. „Es ist ein Vertrauensvorschuss. Wir gehen zu den sogenannten Schengen-Ausgleichsmaßnahmen über, also nur noch stichprobenartige Kontrollen“, so Schallenberg.

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Vor sechs Wochen bin ich genau hier gestanden mit dem Vorstand der Austrian Airlines und wir haben größte Rückholaktion der Zweiten Republik begonnen – ich hätte nie gedacht, dass ich sechs Wochen später hier stehe und ankündige, dass wir Grenzen öffnen, und zwar gleich zu sieben Staaten.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP)

„Hausverstand ist der beste Reiseschutz“
Schallenberg betonte am Mittwoch zudem, das Außenministerium werde die globale Reisewarnung vorerst aufrechterhalten: „In diesem Sommer ist der Hausverstand der beste Reiseschutz.“ Denn: „Die Lust im Außenministerium, eine zweite Rückholaktion zu starten, ist endenwollend.“ Der Minister appellierte an die Bevölkerung, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten und den Urlaub eher in Österreich zu verbringen. Die Lockerungen seien „keine Entscheidung gegen Italien“ seien und man wolle „so bald wie irgendwie möglich“ auch diese Grenze öffnen.

Man sehe, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert habe und einzelne Regionen - wie beispielsweise Südtirol - schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen könnten, so Schallenberg. Den Vorschlag aus Bozen, wonach gegenüber einzelnen italienischen Regionen geöffnet werden könnte, wolle man daher „sehr ernst nehmen“. Ziel sei eine „Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen“.

Regionale Beschränkungen möglich
Gesundheitsminister Anschober sagte, Reisen müsse künftig „eng mit Verantwortung verknüpft sein“. Es werde einen „gemeinsamen Evaluierungsprozess“ mit lokalen Gesundheitsbehörden geben, etwa mit der Lombardei. Möglich seien auch künftige regionale Differenzierungen, so Anschober: „Das erscheint mit als gerechte und sinnvoller Perspektive.“ 

Der Gesundheitsminister ging damit auf ein Statement von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ein, der sich auch eine regional beschränkte Reisefreiheit mit Italien vorstellen könnte: „Eine Öffnung der Grenze am Brenner muss nicht bedeuten, dass automatisch Reisefreiheit für ganz Italien gelten muss“, hatte Platter in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ gesagt.

Kronen Zeitung/krone.at

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