30.05.2020 15:03 |

Nach Corona-Fällen

Quarantäne in Wiener Obdachlosenheim aufgehoben

Das Warten hat ein Ende. Nach zwei Wochen sind in der Nacht auf Samstag, exakt um Mitternacht, die Quarantänemaßnahmen in einer Obdachlosen-Unterkunft im Wiener Bezirk Hietzing aufgehoben worden. Mehr als 100 Bewohner hatten in der Unterkunft ausharren müssen, nachdem einer der Untergebrachten positiv auf das Virus getestet worden war. Doch auch am Freitag wurden zwei Bewohner mit positivem Ergebnis sowie eine Kontaktperson an anderen Stellen untergebracht.

Die Situation in der Notschlafstelle in Zeiten der Isolation wurde von Bewohnern immer wieder kritisiert. Geklagt wurde etwa über mangelnde Information, da über Testergebnisse - die Bewohner wurden nach dem ersten bekannten Fall mehrfach auf das Virus getestet - nichts bekannt gegeben wurde. „Kein Betreuer kann oder darf etwas sagen“, beklagte damals etwa Bewohner Stefan N. gegenüber krone.at.

Für großen Unmut sorgte zudem die verspätete Ausgabe von Substitutionsmedikamenten sowie das Thema Verpflegung vor Ort. Am Nachmittag des 18. Mai kam es deshalb sogar zum Tumult, auch ein Einsatz der Polizei war die Folge.

Weitere zwei Bewohner und Kontaktperson umquartiert
Zudem traten im Laufe der beiden Wochen immer wieder neue Fälle von Erkrankten auf. Diese wie auch deren Kontaktpersonen wurden in der Folge umquartiert. Wie der Sprecher des Krisenstabes der Stadt Wien, Andreas Huber, am Samstag gegenüber krone.at erklärte, wurden auch noch am Freitag zwei Bewohner, die positiv getestet worden waren, in der Messe Wien untergebracht. „Eine Kontaktperson der beiden wurde ebenfalls verlegt“, so Huber. Die übrigen Tests fielen negativ aus.

Unterkunft wird gereinigt und desinfiziert
Um Mitternacht wurde die Quarantäne schließlich aufgehoben, berichtete Bewohner Vladimir L. „Wir sollten bis spätestens 8 Uhr die Unterkunft verlassen, da ab diesem Zeitpunkt die Räume desinfiziert und gereinigt werden“, berichtete er krone.at. Die meisten Bewohner hätten jedoch sehr schnell die Notschlafstelle verlassen. „Dokumente und Unterlagen wurden uns allen zurückgegeben, bis 18 Uhr werden die Reinigungsarbeiten noch andauern. Danach dürfen jene, die wollen, wieder zurück in die Notschlafstelle“, so Vladimir L.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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