16.05.2020 12:41 |

„Minderheitenprogramm“

Digitaler Live-Unterricht in Krise die Ausnahme

Digitaler Live-Unterricht war während der Schulschließungen nur ein Minderheitenprogramm, zeigt eine große Studie für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Laut zwei Drittel der Schüler und über drei Viertel der Eltern haben Lehrer keine Live-Webinare zur Kommunikation genutzt. Unter Lehrern und Direktoren gaben 58 Prozent an, dass keine Stunden für digitalen Live-Unterricht vereinbart waren.

Die Sonderauswertung für Österreich zeigt, dass 47 Prozent der Lehrer mit ihren Schülern keinerlei digitalen Live-Unterricht vereinbart haben, jeweils rund ein Zehntel haben eine bzw. zwei Stunden ausgemacht. Für das „Schul-Barometer“ des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug wurden rund 7000 Personen (Schüler, Lehrer, Schulleiter, Eltern) befragt.

Schüler bevorzugen realen Unterricht
In der Studie orten die Befragten zwar viele Chancen durch den digitalen Unterricht, etwa durch Arbeiten im eigenen Lerntempo, ungestörtere Lernatmosphäre und mehr Möglichkeiten zum selbstverantwortlichen Lernen. Gleichzeitig geht die Mehrheit der Schüler nicht davon aus, dass sie beim Fernunterricht mehr lernen als in der Schule. Ein Drittel der Eltern macht sich sogar Sorgen, dass ihre Kinder in der Zeit des Home-Schoolings zurückbleiben könnten. Fast die Hälfte der Schüler ist außerdem (eher) nicht der Meinung, dass nach der Wiederöffnung der Schulen mehr online und daheim gelernt werden sollte.

Schüler und Lehrer stets bemüht
Der Befragung zufolge waren alle Seiten großteils um ein Gelingen des Fernunterrichts bemüht: 71 Prozent der Lehrer und Direktoren geben an, dass die Schüler daheim (eher) aktiv an ihren Aufgaben gearbeitet haben, nur bei vier Prozent trifft das (eher) nicht zu. Zwei Drittel der Lehrer und Direktoren haben außerdem angegeben, dass die Schule (eher) gut von den Eltern unterstützt wurde, nur laut elf Prozent traf das (eher) nicht zu. Auch die Lehrer waren laut drei Viertel der Schüler recht engagiert. Nur zehn Prozent konnten ihre Lehrer nicht immer fragen, wenn sie nicht weiterkommen.

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