30.04.2020 17:00 |

Kampf gegen Covid-19

Weltweit werden mehr als 140 Wirkstoffe getestet

Im Rennen um brauchbare Therapien gegen die Folgen einer Coronavirus-Infektion werden weltweit mehr als 140 Wirkstoffe untersucht. 77 davon seien Medikamente, die für andere Krankheiten entwickelt wurden, 68 neue Entwicklungen, sagte am Donnerstag der Generaldirektor des Dachverbands der Pharmaindustrie (IFPMA), Thomas Cueni, in Genf.

Seinen Angaben zufolge laufen zurzeit 25 klinische Studien, um die Sicherheit und Wirksamkeit möglicher Medikamente bei Patienten zu testen, die mit dem neuen Erreger SARS-CoV-2 infiziert sind und die Lungenkrankheit Covid-19 entwickelt haben. Bereits existierende Medikamente, die auf ihre Wirksamkeit geprüft werden, sind etwa der Wirkstoff Chloroquin zur Behandlung von Malaria und das noch nirgendwo zugelassene Medikament Remdesivir, das eigentlich für Patienten mit Ebola entwickelt worden war.

Medikamente sollen möglichst wenig kosten
Die Studien würden so schnell wie möglich durchgeführt, ohne dabei Sorgfalt oder Sicherheit zu vernachlässigen, versichern die Pharmafirmen. Vertreter der Pharmafirmen Pfizer, Takeda, AstraZeneca, Sandoz, MSD, CSL Behring und Merck betonten, dass Konkurrenten angesichts der Krise zusammenarbeiten und Informationen austauschen. Die Medikamente sollen zudem so wenig kosten, dass Patienten in allen Ländern der Welt damit behandelt werden können.

Bereits Test mit Impfstoffen angelaufen
Auch an Impfstoffen, die eine Infektion verhindern sollen, wird geforscht. In Deutschland sind erste Tests mit Impfstoff-Kandidaten angelaufen, wie das Mainzer Unternehmen Biontech und der Kooperationspartner Pfizer diese Woche berichteten. Die Pharmaindustrie geht nach Angaben des Verbandes davon aus, dass Medikamente schneller zur Verfügung stehen als Impfstoffe.

MedUni Wien testet synthetisches Peptid
An der Medizinischen Universität (kurz MedUni) Wien startet eine klinische Studie mit dem experimentellen Wirkstoff „Solnatide“ des Wiener Biotech-Unternehmens Apeptico. Vom Einsatz erhofft man sich neue Möglichkeiten der Behandlung von Covid-19-Patienten mit akutem Lungenversagen. Der Wirkstoff werde bereits bei ersten Wiener Patienten eingesetzt, heißt es.

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