23.04.2020 17:00 |

30 Fälle in Salzburg

Nach Millionenbetrug: Jetzt spricht der Ermittler

Roman Schwaighofer ist der Mann hinter dem Ermittlungscoup um einen millionenschweren Online-Betrug in Salzburg. Schwaighofers akribische Polizeiarbeit führte zur Festnahme eines Verdächtigen. Er soll mit acht weiteren Mittätern österreichweit einen Schaden von rund einer Million Euro angerichtet haben. Salzburgweit fielen der Betrügerbande 30 Personen zum Opfer. „Man würde lügen, wenn man sich sich nicht freuen würde über solch einen Erfolg. “, sagt Schwaighofer im Gespräch.

Herr Schwaighofer, wie ermittelt man als Kripo-Beamter überhaupt während der Corona-Krise?
Es ist schwieriger. Es mussten einige Online-Händler befragt werden, um herauszufinden, ob die Verdächtigen dort gekauft haben. Viele Firmen arbeiten jedoch wegen der derzeit nur im Notbetrieb oder in Kurzarbeit. Das hat die Ermittlungen ab März teilweise zäh gemacht. Oft sind Antworten ausgeblieben oder erst später eingetrudelt.

Sie haben den Fall einer Betrugsbande geklärt, die in ganz Österreich nahezu eine Million Euro Schaden anrichtete. Ist das Balsam für einen hart gesottenen Polizisten?
Man würde lügen, wenn man sich sich nicht freuen würde über solch einen Erfolg. Man hat rund ein halbes Jahr an diesem Fall gearbeitet. Trotzdem ist das letztendlich Teil unserer Arbeit.

Was sind die Hintergründe zu dem Fall?
Zwischen 15. September 2019 und 9. März 2020 verschickten neun Täter Phishing-Mails in ganz Österreich. Weil die Mails täuschend echt waren, gaben die Opfer die Kennwörter für ihre Bankkonten preis. Damit bestellten die Täter hochwertige Multimedia-Elektronikartikel, die sie im Ausland weiter verkauften. Zur Tatbegehung mieteten die Täter Online-Server an, um die „Phishing Mails“ zu versenden und Fake-Bankwebseiten zur Täuschung der Opfer zu erstellen. Es gibt österreichweit 103 Opfer. Dabei entstand durch die vollendeten Taten ein Schaden von rund 600.000 Euro. Die versuchten Taten lösten einen Schaden von 400.000 Euro aus. Im Februar fand dann eine Hausdurchsuchung in Wien statt. Dabei wurde ein Italienier festgenommen. Bei den weiteren Verdächtigen handelt es sich ebenfalls um Italiener oder Marokkaner.

Wieviele Personen wurden in Salzburg Opfer?
Im Land gab es rund 30 Opfer. Da kann man sich den Schaden dann auch ungefähr ausrechnen.

Wie deckt man solch einen Fall nahezu im Alleingang auf?
Es haben auch Kollegen in anderen Bundesländern ermittelt. In Salzburg habe ich allein ermittelt und die Ergebnisse zusammengeführt, weil ich den Überblick hatte.

Sie haben monatelang ermittelt. Wann haben Sie gemerkt, dass es sich hier um einen großen Betrugsfall handelt?
Es ist schwer einen Zeitpunkt festzumachen. Aber mir war sehr schnell klar, dass das etwas Großes ist, dass sich hier anbahnt. Es muss jedenfalls am Anfang der Ermittlungen im September gewesen sein.

Gibt es eine Spur zu den weiteren Verdächtigen?
Das verrate ich nicht. Es wird weiter ermittelt.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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