21.04.2020 15:01 |

Schaden begutachtet

Donauzentrum: Neun Stunden Kampf gegen die Flammen

Mehr als neun Stunden hat nach dem erneuten Brandausbruch im Wiener Donauzentrum - bereits im Vorjahr war es an der gleichen Stelle zu einer Feuersbrunst gekommen - der Kampf gegen die Flammen gedauert. „Brand aus“ konnte noch am späten Montagabend gegeben werden, die Nacharbeiten vor Ort waren aber auch am Dienstagvormittag noch im Gange. Ein Feuerwehrmann war - wie berichtet - beim Einsatz verletzt und ins Spital gebracht worden, sechs weitere wurden ambulant behandelt. Am Nachmittag gab es dann einen ersten Überblick über den entstandenen Schaden: Dieser sei „erfreulicherweise gering“.

Nach dem „Brand aus“, das gegen 23 Uhr erfolgte, waren über Nacht noch Kontrollen und Nacharbeiten notwendig, berichtete Feuerwehrsprecher Lukas Schauer. Die Flammen hatten sich in Hohlräumen in der Dachkonstruktion von Wiens größtem Einkaufszentrum ausgebreitet. Es entstand in der Folge große Hitze. Die Feuerwehrleute mussten unter Atemschutz und teils gesichert in absturzgefährdeten Bereichen arbeiten und das Dach mit Trenngeräten öffnen, beschrieb der Sprecher die Schwierigkeiten des Einsatzes.

„Bänderverletzung am Bein“
Bei diesem wurde auch einer der Feuerwehrmänner verletzt, und zwar so schwer, dass er ins Spital eingeliefert werden musste. Der Kollege habe sich „im Zuge der Brandbekämpfung eine Bänderverletzung am Bein zugezogen“, erläuterte Schauer. Weitere Personen mussten nicht in Krankenhäuser gebracht werden. Bei den anderen Verletzten ging es großteils nur um leichte Rauchgasinhalation, sagte Daniel Melcher, Sprecher der Wiener Berufsrettung, die mit Teilen ihres Katastrophen-Zuges angerückt war.

Das Feuer war gegen 14 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte zwischenzeitlich Alarmstufe 4 ausgerufen und war daher mit bis zu 160 Einsatzkräften und knapp 40 Fahrzeugen gleichzeitig an Ort und Stelle. Insgesamt waren laut Schauer noch mehr Feuerwehrleute im Einsatz, da die Mannschaften wegen der langen Dauer des Einsatzes auch abgelöst wurden.

Wassereintritte im Gebäude
Durch die umfangreiche Brandbekämpfung habe es an diversen Stellen Wassereintritte in dem Gebäude gegeben, sagte Schauer. Das Donauzentrum ist zwar wegen der Covid-19-Gesetze derzeit grundsätzlich geschlossen, einzelne Geschäfte der Nahversorgung wie Supermärkte und Drogerien dürfen aber offenhalten.

„Nur geringe Schäden“
Am Nachmittag gab es dann eine erste Einschätzung der entstandenen Schäden. „Das Einkaufszentrum hat im Innenbereich nur geringe Schäden erlitten“, teilten die Betreiber mit. Aktuell müssten Sicherungsarbeiten am Dach sowie Reinigungsarbeiten im Inneren des betroffenen Bauteils durchgeführt werden. „Das gesamte Center ist regulär geöffnet. Lediglich das Bürohaus 2 und die darin befindlichen Büros bleiben geschlossen“, hieß es weiter. Eine Liste aller während der Covid-19-Maßnahmen geöffneten Geschäfte sei auf der Website zu finden.

Brand vor knapp einem Jahr an der gleichen Stelle
Die Ermittlungen zur Brandursache hatte das Landeskriminalamt Wien bereits am Montag übernommen. Es steht jedenfalls fest, dass Dachsanierungsarbeiten stattgefunden haben. Erst im März 2019 hatte es an der gleichen Stelle am Dach des Einkaufszentrums einen Großbrand gegeben. Zwei Bauarbeiter wurden in der Folge wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst angezeigt. Die beiden dürften bei Schweißarbeiten im Zuge einer Renovierung den Brand verursacht haben.

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