Verheerende Einbußen

OeNB-Bilanz: Fünf Wochen Corona kosteten 11 Mrd. €

Politik
08.04.2020 16:03

Die Nationalbank hat am Mittwoch eine Zwischenbilanz über die ersten Wochen im Corona-Ausnahmezustand gezogen. Und diese fällt verheerend aus: Innerhalb von fünf Wochen sei die Wertschöpfung aufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen und durch den Einbruch von Exporten und Investitionen um 29 Prozent gesunken. Der Rückgang macht laut OeNB sage und schreibe elf Milliarden Euro oder 2,8 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts aus.

Der Elf-Milliarden-Rückgang der Wertschöpfung im berechneten Zeitraum zwischen 9. März und 12. April ist laut OeNB je zur Hälfte auf das Minus beim Konsum aufgrund der angeordneten Schließungen und auf das schlechtere makroökonomische Umfeld - unter anderem Rückgänge von Exporten und Investitionen - zurückführen.

(Bild: APA/Hans Klaus Techt)

Nachfrage- und Angebotsseite betroffen
Im Gegensatz zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2009, die vom Finanzsektor ausging und bei der die Realwirtschaft vor allem durch einen Nachfragerückgang getroffen wurde, seien aktuell sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite betroffen, so die OeNB.

Hotellerie und Gastronomie als größte Verlierer
Am stärksten betroffen sei der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit einem Nachfragerückgang von 80 Prozent. Die OeNB-Ökonomen weisen darauf hin, dass durch die geringe Eigenkapitalquote und eine niedrige Liquidität die Hotel- und Gastrobranche wenig Möglichkeiten hat, die Umsatzausfälle abzufedern. Außerdem kann das Ausbleiben der Gäste nicht zu einem späteren Zeitpunkt kompensiert werden.

Ein geschlossenes Hotel im Salzburger Flachau (Bild: APA/BARBARA GINDL)
Ein geschlossenes Hotel im Salzburger Flachau

Minus 88 Prozent bei Reisebüros
Bei Reisebüros und Reiseveranstaltern kommt die OeNB auf einen Umsatzausfall von 88 Prozent. Ebenfalls massiv von der Corona-Krise betroffen sind die Dienstleistungsbranchen Sport/Unterhaltung und die sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen (z.B. Frisör- und Kosmetiksalons). Auch sehr stark betroffen sind Airlines, Möbelproduzenten, Mode- und Schuhhersteller, Autobauer und -zulieferer und Druckereien.

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