08.04.2020 10:38 |

Neue Verhaltensregeln

Tourismus soll ab Mitte Mai langsam hochfahren

Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Österreichs darf ab Mitte Mai auf eine langsame Normalisierung hoffen: Gastronomie, Hotellerie und die Freizeitwirtschaft sollen dann stufenweise wieder hochgefahren werden. Wie Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Mittwoch mitteilte, soll das genaue Vorgehen nach einer Evaluierung der Corona-Krankheitszahlen Ende des Monats besprochen werden.

„Wir sind dabei, das auszuarbeiten“, sagte Köstinger zum Ablauf. „Das betrifft vor allem Gastronomie und Restaurants - bis hin zu großen Ferienbetrieben. Es wird aber neue Verhaltensregeln mit sich bringen müssen, bis wir einen Impfstoff zur Verfügung haben, mit dem wir das Virus bekämpfen können.“

Die Gesundheit der Menschen gehe bei allen Entscheidungen vor. Dabei geht es etwa um das Einhalten von Sitzabständen, Maskenpflicht auch in Innenräumen oder das zur Verfügung stellen von Desinfektionsmitteln an Ein- und Ausgängen - eben eine konsequente Einhaltung bereits bekannter Regeln auch in der Freizeitbranche, ergänzte ein Sprecher von Köstinger. 

Urlaub in Österreich
Weiters rief die Ministerin die Österreicher dazu auf, heuer im Heimatland Urlaub zu machen. Es sei gänzlich unklar, wann existierende Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden - und damit die vielen Reisenden aus anderen Ländern wieder nach Österreich kommen können. Daher sei es nun umso wichtiger, die heimische Wirtschaft zu unterstützen, denn gerade in Krisenzeiten „brauchen unsere Hotels, Pensionen, Wirtshäuser und Freizeitbetriebe unsere Solidarität“, so Köstinger.

Ausländische Gäste brechen völlig weg
Die Branche ist vom Corona-Stillstand besonders hart betroffen, Köstinger sprach von einer „noch nie da gewesene Ausnahmesituation“. Während im Februar 2020 noch 20 Millionen Nächtigungen zu verzeichnen waren, sind derzeit alle Betten leer, denn seit 4. April gilt ein bundesweites Betretungsverbot für Beherbergungsbetriebe. Hinzukommt, dass 75 Prozent der Nächtigungen normalerweise auf Ausländer entfallen, was nun - und vermutlich für längere Zeit - gänzlich wegfällt.

Dieser wirtschaftliche Einbruch einer ganzen Branche wäre vor wenigen Wochen noch unvorstellbar gewesen. Der Tourismus sorgt für rund 16 Prozent des heimischen Bruttoinlandsproduktes. Mit all den bisher getroffenen Corona-Hilfsmaßnahmen (Stichwort: Kurzarbeit, Steuerstundung), soll der Branche und den Hunderttausenden Angestellten weitgehend geholfen werden.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden viele Milliarden schweren Hilfsfonds, werde es aber keine weitere Unterstützung geben, hieß es vonseiten der Ministerin. „Wir haben schnell reagiert, wenn es darum ging, die Betriebe rasch zu unterstützen. Die Unternehmen sollen weiter liquid bleiben und die Arbeitnehmer in der Beschäftigung gehalten werden.“ Alles weitere werde jetzt erarbeitet.

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