24.03.2020 00:06 |

„Muss machbar sein“

Rendi-Wagner: „Auch alle Kontaktpersonen testen“

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bleibt - trotz Absage von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) - bei ihrer Forderung nach wesentlich mehr Coronavirus-Tests in Österreich. Sie verwies auf die diesbezügliche Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation („Testen, testen, testen!“) sowie die mit umfassenden Tests erreichten Erfolge in Taiwan, Südkorea und Venetien. „Wir müssen diesem Erfolgsprinzip folgen“, sagte die SPÖ-Chefin am Montagabend in der „ZiB 2“. Es müsse auch in Österreich machbar sein, „was notwendig ist“ - und das sei, alle Kontaktpersonen von Infizierten zu testen.

Die frühere Gesundheitsministerin präzisierte, was sie mit ihrer Forderung nach „flächendeckenden“ Tests gemeint habe: Das sei nicht räumlich gemeint, sondern dass all jene Österreicher getestet werden, die Kontakt mit infizierten Erkrankten hatten - also auch jene, die selber keine Symptome zeigen. Denn aus dieser Gruppe kämen, wie man in anderen Ländern sehe, „unwissentlich die stärksten Verbreiter des Virus“. In einer zweiten Welle müsste man dann stichprobenweise auf Immunitäten testen, um zu wissen, welche Bevölkerungsgruppen eine solche aufweisen.

„Man kann mit verbundenen Augen kein Feuer löschen“
Dass Gesundheitsminister Anschober ihre Forderung mit dem Hinweis zurückgewiesen hat, es gebe nicht genügend Kapazität, ließ Rendi-Wagner nicht gelten: „Es muss machbar sein, was notwendig ist“, meinte sie. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, bemühte die SPÖ-Chefin auch griffige Vergleiche: Man könne „mit verbundenen Augen kein Feuer löschen“, und man müsse wissen, „wie groß der Eisberg unter der Wasseroberfläche ist, den wir vor uns haben“. Andernfalls wäre das Datenmaterial, aus dem die Prognosen für die nächsten Wochen und Monate hervorgehen, nicht aussagekräftig und verlässlich genug.

Man solle derzeit alle Kapazitäten nützen, die es gibt, und auch weitere erschließen - wie etwa Labors, deren Auslastung aufgrund des Rückgangs von Routinetests zurückgegangen sei, oder solche in universitären Einrichtungen.

Institut für Höhere Studien schätzt Dunkelziffer auf 55.000
Rund 4500 Menschen wurden in Österreich mit Stand Montagabend positiv auf das Coronavirus getestet. Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) spricht aber von einer sehr hohen Dunkelziffer - und von einer Gesamtzahl von insgesamt mehr als 55.000 Menschen. Wie diese Zahl errechnet wurde und was sie bedeutet, hat Moderatorin Damita Pressl mit dem Experten besprochen.

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