24.03.2020 11:30 |

Corona-Krise

Schildbürgerstreiche bei der Tirol-Einreise

Während das Außenministerium bemüht ist, Österreicher aus dem Urlaub heimzuholen, herrscht an den Flughäfen akuter Mangel an Informationen - und an den Grenzen mitunter Chaos.

Leere Flughäfen, geschlossene Grenzen und extrem reduzierter Flugbetrieb: Alle sollen zwar nach Hause - aber wie?

Mehr als 47.000 Österreicher meldeten sich beim Außenministerium, um geholt zu werden. Dabei kommt es natürlich zu Wartezeiten - und bei privaten Rückreisen zu schildbürgerartigen Situationen, wie die Berichte von „Krone“-Lesern zeigen.

„Ich ergatterte einen der letzten Flüge aus Jamaika“, erzählt eine Frau aus Hall. Über Facebook schrieb sie dem Außenministerium mit der Frage, ob sie denn in München abgeholt werden dürfte. Es folgte eine rasche Antwort: Eine Abholung sei kein Problem, hieß es.

Einreise nach Österreich beweisen
Doch noch während sie ihre Reise antrat, wurde über ganz Tirol Quarantäne verhängt. Bei erneuter Frage zur Abholung beim Ministerium verwies man auf die Tiroler Behörden. Dort wusste man damals aber noch nicht so recht, was möglich war. „In Frankfurt musste ich aber darlegen, wie ich nach Hause komme“, schildert die 30-Jährige, „sonst hätte man mich nicht nach München weitergelassen.“

Ein Chatverlauf diente als Beweis, dass sie abgeholt werden würde - mittlerweile verkündete die Tiroler Regierung aber, dass auch das nicht mehr erlaubt sei. Man verwies auf den Railjet über Salzburg. In der Zwischenzeit fand sich eine Bekannte, die auch am Flughafen war und sie mit dem Auto mitnehmen konnte.

Keine Kontrollen, keine Infos
Die Freude war groß, denn bei Ankunft in München herrschte Leere - „keine Kontrollen, keine Polizei, null Infos. An der Grenze wurden wir durchgewunken. Kein Fiebercheck, keine Frage, wo wir herkommen - nur den Pass wollten sie sehen“, so die Tirolerin.

„Keinen Quarantäne-Bescheid erhalten“
Dasselbe schildert ein Paar aus dem Mittelgebirge, das aus Indonesien kam. „Bei der Einreise in die EU mussten wir einen Zettel ausfüllen. Sehen wollte den aber niemand“, sagt die 30-Jährige. Sie fuhren mit einem Taxi über die Grenze bei Kiefersfelden/Kufstein - und wurden durchgewunken. „Wir mussten nicht einmal einen Quarantäne-Bescheid unterschreiben.“ Das musste eine Oberländerin, die über den Grenzübergang Scharnitz kam, schon - doch auch bei ihr gab es keinen Gesundheitscheck.

Über die Autobahn? Zu Fuß?
Ein Paar aus Wörgl versuchte es zu Fuß über die Grenze Kiefersfelden/Kufstein, da kein Taxi die beiden chauffieren wollte. Dort wurden sie aber von der Polizei zurückgeschickt - die Bundesstraße war gesperrt, sie sollten es über die Autobahn versuchen. Der Spaziergang über die A12 blieb ihnen zum Glück erspart, sie wurden schließlich in Kiefersfelden mit dem Auto abgeholt.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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