22.03.2020 00:28 |

Appelle an Zivildiener

Köstinger: Versuchen es vorerst mit Freiwilligkeit

Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) rechnet in der Corona-Krise mit einer massiver Verschärfung der Lage im Pflegebereich. Um das Problem in den Griff zu bekommen, werden aktive Zivildiener drei Monate länger dienen müssen und ehemalige zu einem Freiwilligen-Dienst aufgerufen. Bisher haben sich bereits 1400 Männer gemeldet. Dafür bedankte sich Köstinger am Samstag in einer Pressekonferenz, in der „ZiB 2“ am Abend räumte die Ministerin ein, dass auch diese vorbildhafte Bereitschaft nicht reichen könnte. Es müssten sich weiterhin Freiwillige melden. Gefragt, ob man in letzter Konsequenz frühere Zivildiener auch verpflichten würde, meinte Köstinger, dass man vorerst weiter auf Freiwilligkeit baue.

Noch könne man den exakten Bedarf an Zivildienstleistenden nicht abschätzen, so Ministerin Köstinger am Samstagabend. Schließlich fielen in den Bereich der Pflege auch jene 24-Stunden-Pflegerinnen, die aus EU-Mitgliedsstaaten und Nachbarstaaten stammten und in Österreich arbeiteten - und man wissen noch nicht, wie sich die Lage an den Grenzen künftig gestalten werde. Ebenso wenig einschätzen könne man die Zahl derer im Gesundheitsbereich, die wegen Erkrankung oder Selbstisolierung aus dem Dienstrad fallen würden.

Man versuche, mit der Mobilisierung von Ex-Zivildienern für diesen außergewöhnlichen Zivildienst, sich „bestmöglich“ auf die kommende Situation vorzubereiten, um die Hauptleistungstragenden zu entlasten, so Köstinger. Direkte Pflege sei derzeit nicht vorgesehen, vorrangig sollen „die Hauptamtlichen“ von den Freiwilligen unterstützt werden.

Weitere Schritte behält man sich „natürlich“ vor
Gefragt, ob es in weiterer Folge auch zu einer Verpflichtung von ehemaligen Zivildienern kommen könnte, antwortete Köstinger, dass man es vorerst weiter mit dem freiwilligen Aufruf versuche. An alle, die in den letzten fünf Jahren den Dienst abgeleistet haben, werde ein Schreiben mit der Bitte verschickt, sich erneut in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Aktive Zivildienste würden für drei Monate verlängert. Man behalte sich aber „natürlich“ vor, sollten sich nicht genügend Männer melden, auch zu einem verpflichtenden außerordentlichen Zivildienst aufzurufen, so die Ministerin. Eine Situation wie in Italien dürfen in Österreich nicht passieren.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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