Coronavirus in OÖ:

Bürgermeister haben Problem mit dem Datenschutz

Niemand weiß, welche Gemeinden wie von Corona betroffen sind. Der Hallstätter Ortschef Alexander Scheutz kritisiert das Schweigen der übergeordneten Behörden, das Land verteidigt ihre Vorgehensweise.

Als Bürgermeister ist man derzeit ständig mit Fragen zur Corona-Krise konfrontiert. Die Leute glauben dir nicht, wenn du sagst, du weißt nicht, wer betroffen ist. Und behaupten, dass du etwas vertuschen willst“, ärgert sich der Hallstätter Bürgermeister Alexander Scheutz über die „Geheimnistuerei des Landes“.

„Heimliches“ Telefonat
Bekanntlich werden zwar täglich die neuen Zahlen der Infizierten veröffentlicht, allerdings nur nach Bezirken geordnet. Im Internet unter www.land-oberoesterreich.gv.at oder www.sozialministerium.at. Scheutz, der „heimlich“ ebenfalls täglich mit dem Gemeindearzt konferiert, weiß, dass es derzeit ausgerechnet in dem am meisten von Chinesen frequentierten Ort in Oberösterreich noch keine COVID-19-Fälle gibt.

Persönlichkeitsschutz geht den Behörden vor
„Wir können und wollen aus Datenschutzgründen keine Gemeinden und keine Namen nennen. Der Persönlichkeitsschutz muss, gerade in kleinen Gemeinden, unbedingt gewährleistet sein. Sonst wäre das die beste Grundlage für Gerüchte“, sagt dazu Gerhard Hasenöhrl als Sprecher des Krisenstabs des Landes OÖ und stellt klar: „Wenn die Bürgermeister sagen, dass sie es nicht wissen, wer infiziert ist, dann stimmt das auch.“

Falsche Stellungnahme veröffentlicht
Was passieren kann, wenn Informationen frei „flottieren“, zeigt der Wirbel um eine „Stellungnahme“ von Dr. Christian Gabriel, Hausarzt in Gallneukirchen. In diesem auf WhatsApp oftmals geteilten Schreiben verweist er auf zwei Skibusse aus Alberndorf und Gallneukirchen hin, die zahlreiche Infizierte zurückgebracht hätten und rechnet im Extremfall mit bis zu 170 Toten in drei Gemeinden – bis Ende August! Gabriel zur „Krone“: „Das ist ein ,Fake‘, ein Schwindel. Da wurde ein Vortrag veröffentlicht, den ich vor der Krise gehalten habe. Ich habe die Polizei informiert.“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Freitag, 23. Oktober 2020
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