18.03.2020 08:12 |

Scharfe Kritik

China ordnet Ausweisung von US-Journalisten an

Nach Einschränkungen der Arbeit chinesischer Staatsmedien in den USA hat China in der Nacht auf Mittwoch die Ausweisung mehrerer Journalisten führender amerikanischer Zeitungen angeordnet. Betroffen sind die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und die „Washington Post“. Mitarbeiter dieser Medien, deren Akkreditierungen vor dem Jahresende ausliefen, müssten ihre Pressekarten binnen zehn Tagen zurückgeben. China-Korrespondenten indes kritisieren die Ausweisung ihrer US-Kollegen scharf.

Es handle sich um eine Reaktion auf US-Maßnahmen gegen chinesische Journalisten in den USA. Noch ist unklar, wie viele Journalisten betroffen sind.

USA will Visa zeitlich begrenzen
Die USA hatten erst kürzlich neue Beschränkungen für die Ableger chinesischer Staatsmedien in den USA erlassen und eine Obergrenze von 100 akkreditierten Mitarbeitern für fünf chinesische Presseorgane festgelegt. Das Vorgehen könnte dazu führen, dass bis zu 60 zugelassene Chinesen das Land verlassen müssen. Zudem erwägt die US-Regierung, Visa für chinesische Journalisten künftig stärker zeitlich zu begrenzen.

„Vergleich hinkt“
US-Außenminister Mike Pompeo kritisierte am Dienstag die Reaktion Chinas. „Ich hoffe, sie werden das überdenken“, sagte er. Der Vergleich zu den Maßnahmen der USA hinke, beklagte er, denn in den USA sei die Pressefreiheit in keiner Weise eingeschränkt. In China hingegen verweigere man der Welt Zugang zu dem, was im Land wirklich vor sich gehe. Dabei wäre Transparenz für die Menschen in China in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

„Durch diese Aktion verdunkelt sich China“
Der Club der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) hat die angekündigte Ausweisung von US-Journalisten scharf kritisiert. „Journalisten beleuchten die Welt, in der wir leben. Durch diese Aktion verdunkelt sich China“, hieß es in einer Mitteilung des FCCC.

Bauernopfer diplomatischer Verstimmungen
Journalisten dürften nicht zu Bauernopfern der diplomatischen Verstimmungen zweier Großmächte werden. Betroffen sind nach FCCC-Angaben mindestens 13 Kollegen. Der Club kritisierte zudem eine zunehmende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in China und beklagte Schikane, Überwachung und Einschüchterung.

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