Rampenverkaufsaktion

Eine Kiste voll Vitamine gegen übervolles Lager

Salzburg
16.03.2020 17:05

Die behördlichen Schließungen von Hotels und Restaurants trifft auch die Lieferanten schwer. Auch die Firma Schwaighofer in Wals-Siezenheim konnte trotz vollem Lager ihre Ware plötzlich nicht mehr zustellen. Juniorchef Tobias Schwaighofer ließ sich etwas einfallen, um Menschen zu helfen und die Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

„Mit so einem Ansturm hätten wir nicht gerechnet“, erzählt Juniorchef Tobias Schwaighofer der „Krone“. Als der Obst- und Gemüsehändler plötzlich keine Abnehmer mehr für seine Lebensmittel hatte, startete er einen Lagerabverkauf. Zuerst ging die Nachricht an Freunde und Bekannte, dann verbreitete sie sich über die sozialen Netzwerke. Sogar eine Salzburger Bloggerin verbreitete die Botschaft: Für 20 Euro gibt es im Lager von Obst und Gemüse Schwaighofer eine Kiste voll Vitamine. Wurzelgemüse, Kartoffeln, Tomaten bis hin zu exotischen Mangos landeten in den rund 18 Kilo schweren Kisten.

Damit die Lebensmittel nicht schlecht werden, verkaufte das Unternehmen den Lagerbestand deutlich unter dem Handelspreis. (Bild: Wolfgang Schwaighofer GmbH)
Damit die Lebensmittel nicht schlecht werden, verkaufte das Unternehmen den Lagerbestand deutlich unter dem Handelspreis.
Bereits am Montagvormittag war das Lager leer. (Bild: Wolfgang Schwaighofer GmbH)
Bereits am Montagvormittag war das Lager leer.

„Familie und Freunde halfen uns, die Kisten zu packen. Eigentlich wollten wir am Sonntag nur vorbereiten, da kam schon der große Ansturm“, sagt Schwaighofer. Schon am Montagvormittag war das Lager leer. Einige hundert Kisten wurden verteilt. Gewinn hat das Familienunternehmen damit zwar nicht gemacht, darum ging es bei der Aktion aber auch nicht, erklärte Schwaighofers Vater Wolfgang: „Es geht um die Verwertung frischer Produkte. Das wäre alles im Müll gelandet.“

Die Folgen des Coronavirus treffen das Unternehmen schwer. „Von einem Tag auf den anderen machen wir nur mehr drei bis fünf Prozent des sonstigen Umsatzes.“ Nur wenige Kunden seien dem Betrieb geblieben, unter anderem zwei Altersheime und zwei Essenslieferanten. „Aber die wissen auch nicht, wie lange sie noch arbeiten dürfen.“ Offen sei zudem noch, wie es mit seinen Mitarbeitern weiter gehe. Der Verkauf fand übrigens unter Sicherheitsmaßnahmen statt: Kunden mussten etwa entsprechende Abstände untereinander einhalten.

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