14.03.2020 09:34 |

Paznaun & St. Anton

Quarantäne: „Wir werden da gut durchkommen!“

Paznaun und St. Anton seit Freitag unter Quarantäne! Noch während der Pressekonferenz von Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag verließen die ersten Gäste fluchtartig die Orte. Bereits Samstagfrüh ist der Großteil der ausländischen Gäste abgereist. Jene Touristen, die am Samstag mit dem Flugzeug abreisen, werden gesammelt mit zwei Reisebussen im Laufe des Tages zum Flughafen Innsbruck gebracht, hieß es von der Polizei.

Das gesamte Paznauntal sowie das Skimekka St. Anton am Arlberg sind seit Freitag, 14 Uhr, abgeschottet: Weil knapp zwei Drittel der bis dahin positiv auf Corona getesteten Personen im Zusammenhang mit dieser Region stehen, wurde in Abstimmung zwischen Bund und Land entschieden, die Region für 14 Tage zu isolieren.

„Am Parkplatz des Skigebiets hat die Nachricht ganz schnell die Runde gemacht“, schildert eine Skifahrerin die hektischen Minuten am Freitagnachmittag. „Wir haben Taxis gerufen und sind von St. Anton nach Flirsch rausgekommen.“

Autoschlange wälzte sich gegen 15 Uhr aus dem Paznaun
Auch die Tagesskigäste verließen bei Bekanntwerden der Nachricht fluchtartig St. Anton, um nicht 14 Tage vor Ort festzusitzen. Eine Autoschlange wälzte sich gegen 15 Uhr aus dem Paznaun, auf der Arlbergschnellstraße Richtung Arlbergtunnel stand der Verkehr. Da es zunächst keinen schriftlichen Bescheid über die Quarantäne gab, konnte die Polizei die Reisenden über die Maßnahmen nur informieren.

Stau bis tief in die Nacht
Noch bis 1 Uhr in der Nacht auf Samstag hatte sich ein rund 14 Kilometer langer Stau bei der Ausfahrt des Paznauntales gebildet, sagte Polizeipressesprecher Bernhard Gruber. Seither gebe es nur noch „mäßigen Verkehr“. Die Situation sei in der Nacht „relativ ruhig“ geblieben, berichtete Gruber weiter.

„Ich musste schon zweimal schlucken“
Während in St. Anton nach der Verkündung der Quarantäne ein Krisenstab tagte, herrschte in den Gemeinden See und Kappl, die mit Ischgl und Galtür im Paznaun in Isolation sind, relative Gelassenheit. „Das wird sicher gut sein“, sagte Anton Mallaun, Bürgermeister von See. Helmut Ladner, Bürgermeister von Kappl, meinte, dass man die Situation „schon bewerkstelligen“ werde. Die überwiegende Mehrheit habe sicher Verständnis, betonten die beiden unisono. „Die Gemeinde See wird auf jeden Fall gut durch diese Zeit kommen“, meint Mallaun. Sein Kollege Ladner gab freilich zu: „Ich musste schon zweimal schlucken, bis ich das registriert habe.“ Er kritisierte, dass die Gemeinden im Vorfeld keine Information erhalten hätten, und wusste nicht, ob die Abschottung auch häusliche Quarantäne bedeute. Diese Maßnahme gilt jedoch nur für Personen, die Krankheitssymptome aufweisen.

„Das kam überraschend“
„Für uns kam die Quarantäne überraschend, in Galtür hat es bisher keinen einzigen Fall gegeben“, sagt Bürgermeister Anton Mattle aus Galtür. „Aber das Verständnis für die Maßnahme ist groß.“ Unterdessen gibt es Stimmen in St. Anton, die bemängeln, dass positive Coronafälle im Ort nicht kommuniziert wurden.

Polizei und Bundesheer kontrolliert
Im Paznauntal wurden von der Polizei drei Checkpoints eingerichtet, an denen die Ausreisenden kontrolliert werden, in St. Anton gibt es einen Checkpoint. Rund 35 Polizisten sind an Ort und Stelle. Außerdem verstärkt das Bundesheer mit 30 Soldaten in einem Assistenzeinsatz das gesundheitsbehördliche Ausreisemanagement.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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