09.03.2020 07:50 |

Unfall mit Feuerwerk

Chirurgen schenkten Salzburger ein neues Gesicht

Martin Höller sieht nur noch auf seinem linken Auge. Eine Feuerwerksrakete explodierte im Gesicht des Maurers aus Wagrain in Salzburg. Vier OPs und zehn Monate später kann er wieder lachen: „Ein Wahnsinn“, bedankt er sich bei den Experten des Uniklinikums. Die schenkten ihm ein neues Gesicht - und ein neues Lebensgefühl!

Den 18. Mai 2019 wird der Wagrainer nie vergessen. Ein Freund feierte da seine Hochzeit. Dazu ließ Höller Feuerwerksraketen steigen: „Wir haben eine Feuerwerk-Batterie hergerichtet. Direkt beim Anzünden ging die los. Eine Rakete erwischte mich voll im Gesicht.“ Was danach passierte, weiß Höller nicht mehr. Er war bewusstlos. „Ich bin erst nach der ersten Operation aufgewacht. Am Anfang habe ich gar nichts gesehen“, beschreibt Höller.

Höller verlor bei Unfall ein Auge
Nach zwei, drei Tagen wurde es beim linken Auge wieder heller“. Nach Tag sechs konnte der Maurer wieder „recht gut sehen“. Nach zehn Tagen im Spital durfte er mit einem Glasauge wieder heim.

Währenddessen begann die intensive Arbeit für das Kieferchirurgie-Team rund um Chefarzt Alexander Gaggl und Oberarzt Simon Enzinger: „Das Ziel ist, dass man im Nachhinein keinen Unterschied merkt“, unterstreicht Gaggl und spricht von einem „besonderen Fall“. Solche gäbe es nur bei Kriegsopfern.

3D-Modell ausgedruckt
Für die Rekonstruktion der linken Gesichtshälfte druckte der spitalseigene 3D-Drucker ein Modell aus. „Zuerst wurde die Basis gemacht: Dazu wurden die Knochen refrakturiert und hingedreht, danach waren äußerliche Konturen wie die Augenöffnung dran“, erklärt Enzinger. Für die Basis nutzten die Mediziner ein 0,3 Millimeter dünnes Metallgitter - ein so genanntes Mesh aus Titan. „Es ist leicht biegbar und der Körper nimmt es an.“

Maurer mit Lob an Klinik
Viermal musste operiert werden, im Dezember ganze 14 Stunden lang. Ein, zwei Eingriffe stehen Höller noch bevor, letzte Feinheiten. Der Wagrainer lobt und dankt seinen Ärzten und Pflegern - vor allem den Umgang: „Sie gaben mir Vertrauen.“ Eines weiß der Maurer: „Feuerwerke greife ich nicht mehr an.“

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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